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Deutscher Buchpreis: Zwei Österreicher auf Shortlist

Symbolbild(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Reinhard Kaiser-Mühlecker hat mit "Fremde Seele, dunkler Wald" Chancen auf den Buchpreis, Eva Schmidt mit "Ein langes Jahr".

Von den vier österreichischen Autoren auf der Longlist haben es zwei auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2016 geschafft: Kaiser-Mühlecker mit "Fremde Seele, dunkler Wald" und Eva Schmidt mit "Ein langes Jahr". Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 17. Oktober vergeben. Nominiert sind zudem Bodo Kirchhoff mit "Widerfahrnis", Andre Kubiczek mit "Skizze eines Sommers", Thomas Melle mit "Die Welt im Rücken" sowie Philipp Winkler mit "Hool".

Kaiser-Mühleckers "Fremde Seele, dunkler Wald" handelt von dem Berufssoldaten Alexander, der vom Auslandseinsatz heimkehrt, zur Familie auf das Land, ein Flüchtender wie schließlich auch sein ungleicher Bruder Jakob.

Eva Schmidts "Ein langes Jahr" ist ihre erste Veröffentlichung seit fast zwei Jahrzehnten, seit ihrem Roman "Zwischen der Zeit" (1997). In ihrem neuen Werk erzählt sie in gut drei Dutzend kurzen Episoden alltäglich scheinende Geschichten von einer Siedlung am See, die sich allmählich verdichten.

Romane mit "starker Bodenhaftung"

"Die Romane der diesjährigen Shortlist decken ein breites inhaltliches Spektrum ab", sagte Jury-Sprecher Christoph Schröder. Was sie gemeinsam hätten, sei "eine starke Bodenhaftung, der unmittelbare Bezug zur beobachteten Realität". Schröder berichtete von "harten, kontroversen Gesprächen" in der Jury. Er hofft, dass die Liste nun aber "die unbestrittene Qualität dieses Bücherjahres" widerspiegele.

Bodo Kirchhoff ist mit 68 Jahren der älteste Kandidat. In "Widerfahrnis" bricht die Leidenschaft unverhofft über ein resigniertes Paar herein. Thomas Melle schildert in "Die Welt im Rücken" seine manisch-depressive Erkrankung.

Philipp Winkler hat mit "Hool" seinen ersten Roman vorgelegt. Er gibt darin einer Szene eine Stimme, die in der deutschen Literatur so gut wie nie vorkommt: den Hooligans. André Kubiczek erzählt in "Skizze eines Sommers" von einem Jugendlichen in der DDR während sieben Wochen sturmfreier Bude.

Platzgumer und Weidenholzer nicht mehr dabei

Für die Longlist hatte die Jury zunächst 20 Titel aus 178 Neuerscheinungen ausgewählt. Nun wurde die Liste auf sechs verkürzt. Auf der Longlist waren noch die österreichischen Autoren Hans Platzgumer mit "Am Rand" und Anna Weidenholzer mit "Weshalb die Herren Seesterne tragen" vertreten gewesen.

Die Nominierten für den Deutschen Buchpreis 2016 im Überblick:

  • Reinhard Kaiser-Mühlecker: "Fremde Seele, dunkler Wald"
  • Bodo Kirchhoff: "Widerfahrnis"
  • Andre Kubiczek: "Skizze eines Sommers"
  • Thomas Melle: "Die Welt im Rücken"
  • Eva Schmidt: "Ein langes Jahr"
  • Philipp Winkler: "Hool"

Der Sieger des Deutschen Buchpreises wird am Abend vor Beginn der Frankfurter Buchmesse bekanntgegeben. Bereits der Sprung auf die Shortlist ist lohnend - jene fünf Autoren, die nicht den Hauptpreis bekommen, erhalten immerhin 2500 Euro.

(APA/Red.)