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Skidata mischt auf Pisten und Parkplätzen mit

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Symbolbild.(c) APA/BARBARA GINDL
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Die Salzburger Firma Skidata sind globale Spezialisten in der Errichtung von Zutrittsmanagementsystemen.

Wien. Das Skiticket war einst die Basis für das, was die Firma Skidata heute ist. Ein Unternehmen, das weltweit Zutrittsmanagementsysteme betreibt. Bei der jüngsten Fußballeuropameisterschaft in Frankreich statteten die Salzburger etwa vier Stadien mit ihrer Technologie aus, die japanische Skiregion Hakuba Valley setzt ebenso auf das Know-how aus Österreich. Skidata versorgt das bald größte Wintersportgebiet des Landes mit einer gemeinsamen Infrastruktur, die den Gästen das Leben erleichtern soll. Mit einem Ticket können diese dann sämtliche Liftanlagen nutzen, was Wartezeiten minimiert. Selbst in den USA hat sich die Firma aus Grödig einen Namen gemacht. Die San Francisco Municipal Transportation Agency beauftragte Skidata mit der Bewirtschaftung von 22 Parkanlagen. Mit nur einem System können so unterschiedliche Standorte und Betreiber gemanagt werden.

Im vergangenen Jahr hat Skidata im Bereich Parken die weltweite Nummer zwei überholt, sagt Vorstand Hugo Rohner. Seit 1985 ist das Unternehmen in diesem Segment aktiv, „seit Langem sind wir aber schon vorn dabei“. Das Geschäft mit dem Parken mag sich simpel anhören, doch so einfach ist es nicht. Denn „Parken ist ein Servicegeschäft“, als Anbieter muss man stets erreichbar sein, falls es zu technischen Problemen kommt. Und: Das System muss viele Jahre funktionieren, damit die Investition geschützt ist, so Rohner. Die lokale Präsenz ist dem Unternehmen dabei ein Anliegen. „Wir sind stark daran interessiert, den kulturellen Gegebenheiten Rechnung zu tragen“, sagt Rohner. Skidata ist in fast 30 Ländern mit Büros vertreten. Allein in den Vereinigten Staaten hat man 13 Geschäftsstellen, 200 Mitarbeiter kümmern sich in 39 Bundesstaaten um ihre Kunden. „Die Ansprüche auf dem Markt sind immer lokal, das Verständnis ist vor Ort besser.“

Neben Skigebieten und Parkraumbewirtschaftung geht Skidata seit drei Jahren auch neue Wege: „Ein großes Thema ist, wie man Sportklubs dabei helfen kann, ihre Fans besser kennenzulernen“, sagt Rohner. Im vergangenen Jahr setzten bereits 25 Klubs der US-Football-Liga NFL auf die speziellen Skidata-Treueprogramme.

Kauft ein Fan ein Ticket für ein Spiel, sammelt er Punkte, ebenso wie bei der Konsumation eines Getränks. Die Klubs wollen wissen, wer ihre Angebote nutzt, damit diese entsprechend angepasst werden können. „Es geht darum, mit den Fans verbunden zu bleiben, sie zum Geldausgeben zu bewegen, das allein ist nicht die Idee.“ Das Programm soll heuer auch erstmals in einem Skiresort zum Einsatz kommen.

„Das Herzstück von Skidata ist nach wie vor das Thema Skifahren“, sagt Rohner. Eine Sportart, die vor allem in Europa, Nordamerika und Japan großgeschrieben wird. „Dann wird es schon schwieriger“, auch wenn die Salzburger Firma, eine hundertprozentige Tochter der Schweizer Kudelski-Gruppe, Kunden in Australien (dort gibt es Skigebiete) und Ägypten betreut. Der Klimawandel macht Skidata jedenfalls noch nicht zu schaffen. Denn die Produktion von Kunstschnee nimmt zu und „solange die Präparation von Pisten möglich ist und der Skisport gelebt wird, werden wir auch Geschäft haben“. (nst)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.09.2016)

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