Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Boot mit 600 Flüchtlingen kentert vor Ägypten

Auf dem Boot sollen sich vor allem Afrikaner befunden haben. (Symbolfoto)
Auf dem Boot sollen sich vor allem Afrikaner befunden haben. (Symbolfoto)APA/AFP/MARINA MILITARE/STR
  • Drucken

Das Unglück hat zumindest 29 Tote gefordert, 150 Menschen konnten bereits gerettet werden. Ägypten könnte sich zum neuen "Flüchtlings-Hotspot" entwickeln.

Ein Boot mit rund 600 Menschen an Bord ist am Mittwoch vor der ägyptischen Küste gekentert. Laut Sicherheitskreisen in Kairo hat das Unglück mindestens 29 Tote gefordert, 150 Menschen konnten von den Hilfskräften geborgen werden. Auf dem Boot befanden sich Schutzsuchende aus Syrien, Ägypten und anderen afrikanischen Ländern.

Das Boot befand sich Sicherheitskreisen zufolge auf dem Weg nach Italien. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration kamen zwischen Januar und Juni mehr als 2800 Menschen beim Versuch ums Leben, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Im vergangenen Jahr waren es in dem Zeitraum 1838.

Frontex-Chef Fabrice Leggeri hatte im Juni gewarnt, dass sich Ägypten zum neuen "Flüchtlings-Hotspot" entwickeln und Libyen als den wichtigsten Hafen für die Überfahrt nach Europa ablösen könne. "Die Route wächst", sagte er. Allein bis Jahresmitte seien etwa 1000 Boote von dort nach Italien gestartet. Die Reise sei wegen der größeren Distanz noch gefährlicher als die Überfahrt von Libyen aus. Etwa zehn Tage müssten die Flüchtlinge auf Booten ausharren.

Am  Montag schlug Bundeskanzler Christian Kern daher ein EU-Flüchtlingsabkommen mit Ägypten nach dem Vorbild des Deals mit der Türkei vor. "Europa muss ein Interesse haben, die Region zu stabilisieren", sagte Kern. Ägypten habe 91 Millionen Einwohner und nach Angaben Al-Sisis rund fünf Millionen Flüchtlinge, erwähnte Kern. Nach UNHCR-Angaben sind es etwas weniger. Spätestens im kommenden Jahr könnte die Flüchtlingsproblematik aus dieser Region Österreich wieder mit voller Wucht treffen, so der Kanzler.

(APA/Reuters)