Zahn im Auge: Seltene Operation macht Blinde sehend

THEMENBILD: ZAHNARZT
(c) APA (Georg Hochmuth)

Nach neun Jahren kann die erblindete Sharron Thornton wieder sehen. Ärzte in Miami implantierten ihr ihren eigenen Zahn ins Auge. Er dient als Halterung für eine Linse.

Dank der Implantation eines mit einer Linse präparierten Zahns in ihr Auge kann eine blinde Frau aus den USA wieder sehen. Wie die Ärzte der Miller School of Medicine der Universität Miami mitteilten, wurde Sharron "Kay" Thornton nach dem operativen Eingriff vor zwei Wochen eine Bandage entfernt. Wenige Stunden später konnte sie wieder Gesichter und Gegenstände sehen. Inzwischen kann die 60-Jährige auch wieder lesen. "Ich konnte es kaum erwarten, meine sieben Enkel zu sehen, die ich noch nicht kannte", erklärte Thornton. Sie war vor neun Jahren nach einer seltenen Erkrankung erblindet. Dass sie wieder sehen könne, sei "wirklich ein Wunder".

Zahn trägt Linse

Der Eingriff gilt für Patienten, deren Körper eine künstliche Hornhaut abstößt, als letzte Möglichkeit, das Augenlicht wiederzuerlangen. Allerdings müssen dafür die Innenstruktur des Auges und der Sehnerv intakt sein. Thornton wurde ein Eckzahn samt Wurzel und umliegendem Knochen entfernt. Die Ärzte präparierten den Zahn dann so, dass in ein gebohrtes Loch eine Linse eingesetzt werden konnte. So konnten sie eine stabile Halterung implantieren, die von der Patientin nicht abgestoßen werden konnte. Die Methode wurde erstmals in Italien in den 60er Jahren angewandt. Thornton ist die erste Patientin in den USA, bei der dieser Eingriff vorgenommen wurde.