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Oberösterreich ist Schlusslicht bei Öffnungszeiten der Kindergärten

(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Obwohl manche Eltern eine frühe und manche eine späte Betreuung brauchen, hat nur ein Viertel der Kindergärten mehr als neun Stunden am Tag offen.

Laut Auswertung von Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) bildet Oberösterreich das Schlusslicht, was die Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen angeht. So hatten im vergangenen Kindergartenjahr nur 26,3 Prozent mehr als neun Stunden am Tag offen. Trotz dieses schlechten Wertes verbesserte sich das Angebot im Vergleich zum Vorjahr nur um 0,6 Prozentpunkte, so die Statistik aus Wien.

Oberösterreichs Landeshauptmannstellvertreter und Bildungsreferent Thomas Stelzer (ÖVP) relativierte am Rande einer Pressekonferenz am Montag in Linz die Zahlen. Oberösterreich habe in den letzten Jahren vor allem in den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen für unter Dreijährige investiert. So wurden vom Kindergartenjahr 2014/15 auf 2015/16 insgesamt 61 zusätzliche Gruppen mit rund 600 Plätzen genehmigt. Er orientiere sich am Bedarf vor Ort und nicht an Zahlen aus Wien, begründete Stelzer die Schwerpunktsetzung in Oberösterreich.

Lieber selber die Kinder betreuen?

Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) drehte gleich den Spieß um: Beim "Ranking der Langzeitöffnung" den letzten Platz zu belegen, zeige, dass den Oberösterreichern die Kinderbetreuung so wichtig sei, dass sie selber auch gerne die Aufgabe übernehmen und diese nicht nur in staatliche Hände legen.

Die Arbeiterkammer OÖ sieht sich hingegen in ihrer langjährigen Forderung durch die Zahlen aus Wien bestätigt. So würden nicht nur Betreuungsplätze fehlen, "die berufstätigen Eltern Probleme bereiten, es passen vor allem auch die Öffnungszeiten nicht", hieß es in einer Presseaussendung.

305 Millionen hat der Bund zum Ausbau der Kinderbetreuung den Bundesländer für die Kofinanzierung zur Verfügung gestellt. Dieses Geld wird jedoch von den Ländern laut Karmasin kaum für eine Verbesserung der Öffnungszeiten verwendet, weshalb sie dort aufs Tempo drücken will. Im November soll es Gespräche geben.

 

(APA)