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"Das weiße Band": Kindergeschichten

(c) Filmladen
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Miachael Hanekes in Schwarzweißbildern erzählte Gesellschaftsstudie schildert eine Serie mysteriöser Anschläge in einem protestantischen norddeutschen Dorf am Vorabend des ersten Weltkriegs.

Eine deutsche Kindergeschichte ist der (hübsch in roter Kurrentschrift auf der Leinwand erscheinende) Untertitel von Michael Hanekes in Cannes mit der Goldenen Palme prämiertem Historiendrama Das weiße Band. Die in ausladenden zweieinhalb Stunden und atmosphärischen, an Fotografien der damaligen Zeit geschulten Schwarzweißbildern erzählte Gesellschaftsstudie schildert eine Serie mysteriöser Anschläge in einem protestantischen norddeutschen Dorf am Vorabend des ersten Weltkriegs: In starren Tableaus manifestiert sich eine Gewaltspirale, in der sich die repressive Feudalordnung spiegelt.

Der Film ist ein lang gehegtes Herzensprojekt Hanekes, das er ursprünglich als TV-Mehrteiler in Erwägung gezogen hatte und nun dank seines gewachsenen Renommees fürs Kino finanzieren konnte (insbesondere in der literarischen Erzählung und im reduzierten Stil erinnert es positiv an die frühen Jahre des Regisseurs als Inszenator von bildungsbürgerlichen TV-Spielen). Ähnliches war auch bei seinem apokalyptischen Drama Wolfzeit von 2003 der Fall, dessen ganz außer­ordentliche visuelle Dunkelheit vor allem die Kinder umfing. Damals erzählte mir Haneke im Interview, wie er den Film hätte nennen wollen, wäre das den Verleihern nicht zu unkommerziell gewesen: Eine Kindergeschichte.

"Das weiße Band": ab 24. 9. im Kino.

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