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Bataclan-Massenmörder reisten vermutlich durch Österreich

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APA/AFP/PATRICK KOVARIK
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Drei IS-Kämpfer hatten den Pariser Konzertsaal angegriffen. Zuvor waren sie tagelang in Budapest abgetaucht.

Mehr als zweieinhalb Stunden dauerte das Massaker der drei IS-Terroristen im Bataclan-Konzertsaal. 89 Menschen starben – mehr als an jedem anderen Anschlagsort der Pariser Terrornacht des 13. November 2015. Die ungarische regierungsnahe Zeitung Magyar Idök berichtet nun, dass die drei Bataclan-Massenmörder, Ismail M., Samy A. und Foued A., zuvor in Budapest abgeholt worden waren. Und zwar von Salah Abdeslam. In einem Audi A6 fuhr der Belgier die aus Frankreich stammenden Syrien-Rückkehrer „in Richtung österreichischer Grenze“. Das Trio war demnach über die Balkanroute in die EU eingesickert, wie zwei weitere Paris-Attentäter.

Das Bataclan-Terrorkommando soll sich am 9. September 2015 in einem Hotel im Budapester Außenbezirk Zuglo eingemietet haben. Acht Tage später holte sie Abdeslam am Keleti-Bahnhof ab also jener Mann, der schon Tage zuvor zwei weitere IS-Terroristen in Budapest abgeholt hatte. Es handelte sich um Mohamed B. und Najim L., einen der Brüsseler Selbstmordattentäter. Sie sind damals in Oberösterreich von der Polizei kontrolliert worden. Der Schluss liegt nahe, dass auch das Bataclan-Terrorkommando mit Abdeslam Österreich durchreiste. Das Innenministerium hat dazu aber „keine gesicherten Erkenntnisse“.

Nach Angaben von Viktor Orbáns Chefsicherheitsberater, György Bakondi, kam Abdeslam dreimal nach Ungarn: „Er hatte belgische Papiere und fuhr mit dem Auto von Österreich nach Ungarn. Es gab keine Grenzkontrollen, deshalb konnten seine Bewegungen nicht erfasst werden.“ Nach Bakondis Angaben hielten sich insgesamt zehn Terroristen über Tage in Budapest auf.
Die Enthüllungen kommen zu einem heiklen Zeitpunkt: Am Sonntag stimmen die Ungarn über Flüchtlingsquoten ab. (strei)