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Wer zahlt indischen Textilarbeitern am wenigsten?

Arbeiten für den Hungerlohn
Arbeiten für den HungerlohnReuters
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NGOs klagen an, dass C&A, G-Star, Scotch & Soda und andere bekannte Modeketten ihren Näherinnen durchschnittlich nur 90 Euro pro Monat zahlen. Die Löhne reichen nicht für den Lebensunterhalt.

Niederländische Modeketten wie C&A zahlen einer Studie zufolge in indischen Textilfabriken so niedrige Löhne, dass sich viele Arbeiter verschulden müssen. Die überwiegend weibliche Belegschaft von zehn Produktionsanlagen in und um die Stadt Bangalore sei zu 70 Prozent verschuldet, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht von vier Nichtregierungsorganisationen.

Die befragten Mitarbeiterinnen bekommen demnach durchschnittlich 90 Euro pro Monat. Das ist rund ein Drittel dessen, was eine der Organisationen als Existenzminimum in Indien definiert. Die Löhne reichten deshalb nicht für einen angemessenen Lebensunterhalt von Familien. Eine Arbeiterin sagte den Autoren, sie laufe täglich den einstündigen Weg zur Arbeit und zurück nach Hause, um das Geld für ein Busticket zu sparen. "Diese Frauen arbeiten sehr hart für einen Hungerlohn", sagte Tara Scally von der Clean Clothes Campaign, die zu den Initiatoren der Studie gehört.

Die untersuchten Produktionsanlagen beliefern demnach auch die Modefirmen G-Star, Scotch & Soda, MEXX Europe, Coolcat, The Sting, McGregor Fashions, Suitsupply und WE Fashion. Die Unternehmen erklärten, ein Existenzminimum sei wichtig. Sie arbeiteten daran, die Herausforderungen rund um Löhne und Arbeitsbedingungen zu bewältigen.

(APA/Reuters)