Der Streubesitz der VW-Aktie liegt nur noch knapp über der 10-Prozent-Schwelle, die für eine Mitgliedschaft im Börse-Index notwendig ist. An der Börse war die VW-Aktie heute der größte Verlierer.
Die Schweizer Bank Credit Suisse hat am Donnerstag im Rahmen einer Pflichtmitteilung den Erwerb von 5,6 Prozent der stimmberechtigten VW-Stammaktien gemeldet. Damit sinkt der Streubesitz der Stammaktie von 20,1 auf 14,5 Prozent. Das Brisante daran: Fällt der Streubesitz unter zehn Prozent, werden die Aktien nach den Regeln der Deutschen Börse binnen zwei Tagen aus dem Börseindex DAX genommen.
VW-Vorzugsaktie statt VW-Stammaktie?
Die Tage der Stammaktie im DAX sind also wohl gezählt. Denn die 10-Prozent-Marke könnte nun rasch unterschritten werden, sobald das Emirat Katar seinen Anteil an dem deutschen Autobauer wie geplant auf 17 Prozent ausbaut, schreibt das "Handelsblatt". Wenn die Scheichs von Katar ihre von Porsche übernommenen Optionen ausüben, fällt der Streubesitz unter zehn Prozent. Die VW-Stammaktie würde dann binnen zwei Tagen aus dem DAX verbannt werden.
Als Ersatzkandidat für den Börse-Index werden die VW-Vorzugsaktien gehandelt. So rechnet WestLB-Experte Adam Hull in einer Studie damit, dass die Vorzugsaktien bald die Stammaktien ersetzen werden.
An der Börse fielen die VW-Stammaktien heute um 5,5 Prozent auf 114 Euro. Die Aktien sind damit der größte Verlierer im DAX. Auch die Vorzugsaktien verloren um fast vier Prozent auf 71,60 Euro.
(phu)