Papst geht auf Homosexuelle zu, hält sie aber für "Sünder"

Papst Franziskus bei seiner jüngsten Auslandsreise in den Kaukasus
Papst Franziskus bei seiner jüngsten Auslandsreise in den KaukasusAPA/AFP/ANSA/LUCA ZENNARO

Franziskus plädiert dafür, Schwule und Lesben "näher zu Gott" zu führen. Genau das würde Jesus heute tun, meint das Oberhaupt der katholischen Kirche.

Homosexuelle dürfen nach Ansicht von Papst Franziskus nicht aus der katholischen Kirche ausgegrenzt werden. Lesben und Schwule sollten vielmehr von den Gemeinden integriert, begleitet und "näher zu Gott" geführt werden, sagte das Kirchenoberhaupt am Sonntag an Bord seines Flugzeugs auf der Rückreise nach Rom von einer Reise in den Kaukasus. "Genau das würde Jesus heutzutage tun", sagte er.

Er selbst habe während seiner gesamten Laufbahn als Geistlicher Homosexuellen oft die Hand gereicht und sogar einen Transexuellen aus Spanien mit seiner Partnerin zu einer Audienz im Vatikan empfangen. Zugleich betonte er, dass Homosexualität aus katholischer Sicht "keinen Grund zum Jubeln" darstelle. "Sünde ist Sünde", sagte er.

Bereits Ende Juni hatte der Papst gesagt, die Kirche sollte sich unter anderem bei Homosexuellen, aber auch bei Armen und anderen vernachlässigten Menschen entschuldigen. Er schloss demnach auch vergewaltigte Frauen und ausgebeutete Kinder mit ein.