Unsicher ist sicher

Der tragische Zwischenfall bei einem Autorennen mit Todesopfern wirft die Frage auf, wie viel Risiko wir einzugehen bereit sind.

Im Nachhinein ist leicht klug sein, je weiter weg vom Ort des Geschehens umso mehr. Das Internationale Auto-Bergrennen am Sonntag über Landstraßen im oberösterreichischen Bezirk Grieskirchen, bei dem ein Rennfahrer mit seinem Auto in eine Zuschauergruppe raste, hat bei allen Beteiligten einen Schock ausgelöst – und wirft in sicherer Distanz die Frage auf, wie viel Risiko der Mensch in seiner Freizeit einzugehen bereit ist.


Eine Frau und ihre 13-jährige Tochter aus Deutschland starben im vermeintlichen Sicherheitsbereich, der Vater und der neunjährige Sohn mussten von dort mit dem Hubschrauber ins Spital abtransportiert werden – der lebensgefährlich am Kopf verletzte Bub wurde in künstlichen Tiefschlaf versetzt.


Das Auto hat die Fahrbahn bei einer Kurve an einer Stelle verlassen, wo angeblich „normalerweise nie“ etwas passieren kann. Normalerweise kann aber immer etwas passieren, wenn Rennfahrer an die Grenzen gehen. Das müssen sie tun, auch ohne dass dazu – wie nun in der Formel 1 offenbar tatsächlich geschehen – ein Rennteam einen absurden Plan schmieden müsste.


Ob Autorennen, Motorradrennen oder Flugshows: Veranstaltungen dieser Art leben zu einem Gutteil vom Nervenkitzel, der zynischerweise auch tödlich sein kann. Wirklich sicher ist dabei nur eines: dass eine absolute Sicherheit für die Teilnehmer und die Zuschauer nicht möglich ist.

benedikt.kommenda@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.09.2009)

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