Wohnen, Gewerbe, Hotel oder Logistik? Alles da: Österreichs Beiträge auf der Münchner Immobilienmesse sind noch vielfältiger geworden. Einige Trends, Entwicklungen und Beispiele heimischer Aussteller.
Zwei große Gemeinschaftsstände, zahlreiche Beteiligungen und viele Unternehmer als Einzelaussteller – „Österreich präsentiert sich mit über 70 Ausstellern erneut sehr stark auf der Expo Real“, meint Stefan Reschke, Vertreter der Messe München in Österreich. Es verwundert ihn nicht: „Da momentan in vielen Regionen Unsicherheit für Investments herrscht, ist ein so stabiler Markt sehr interessant.“
Regionen, Marken, Entwicklungen
Das sieht man auch in Oberösterreich so. Die Wirtschaftsagentur des Landes, Business Upper Austria, präsentiert sich auf einem eigenen Stand. „Wir sind erster Ansprechpartner für Unternehmen, die in unserem Bundesland investieren wollen“, so Geschäftsführer Werner Pamminger. „Wir zeigen daher den Standort OÖ mit seinen Assets wie Mitarbeitern und Infrastruktur.“ Potenzielle Investoren sollen angelockt und in weiterer Folge etwa bei Standortwahl, Förderungen und Fachkräftesuche unterstützt werden.
Ebenfalls auf die Qualität der Region setzt i+R Wohnbau GmbH als Mitaussteller am Stand der „Vier-Länder-Region Bodensee.“ „Die Orte rund um das Schwäbische Meer gehören zu den bevorzugten Wohnlagen Mitteleuropas“, so Geschäftsführer Alexander Stuchly. Die i+R entwickelt und realisiert inzwischen in fünf Ländern – Österreich, Deutschland, der Schweiz, Liechtenstein und Südtirol – Immobilienprojekte in vielfältigen Konstellationen, daher dient „das internationale Parkett der Expo Real als Plattform, um unser Netzwerk zu erweitern“, erläutert Stuchly. Zumal ja die Messe in den vergangenen Jahren sehr stark im Wohnsegment an Bedeutung gewonnen hat. Wohnen und Gewerbe gibt es auf dem Stand der Signa, die bereits zum dritten Mal in München vertreten ist. Christoph Stadlhuber, CEO Signa Prime Selection: „Wir wollen unsere neuen Projektentwicklungen aus Österreich und Deutschland zum ersten Mal speziell auf der Expo Real präsentieren.“
Vor Kurzem wurde in Österreich die neue Office-Marke myhive der Immofinanz vorgestellt, jetzt folgt Deutschland. Daher ist der eigene Stand „in diesem Jahr optisch im Sinne des neuen internationalen Bürokonzepts – myhive – konzipiert“, erklärt COO Dietmar Reindl: „In diesem Ambiente möchten wir unsere Projekte den Menschen auf genügend Raum und in persönlicher Atmosphäre näherbringen.“ Aber nicht nur myhive wird dort Thema sein, sondern ebenso die beiden Retail-Marken Stop Shop und Vivo!
Dem großen Veränderungsprozess in Europa in Bezug auf Shopping zollt die SES Spar European Shopping Centers mit neuen Konzepten und Ideen Tribut. Gezeigt werden am eigenen Stand die Trends im Bereich Handel und Shoppen und die neue Generation von Shopping-Centern – inklusive eines Modells des neuen Projekts in Bozen. „An einer Reihe von aktuellen Projekten in Österreich, Slowenien und Italien setzen wir den Trend in der Shopping-Center-Entwicklung bei Aufenthaltsqualität, Architektur und Ästhetik sowie Funktionalität fort“, meint Marcus Wild, Geschäftsführer von SES.
Plattform für Investoren und Projekte
Der deutsche Markt ist auch für Vienna House, Österreichs größte Hotelgruppe, interessant, die heuer zum ersten Mal auf der Messe ausstellt. 1989 als Vienna International Hotelmanagement gegründet, hat sich das Unternehmen seit Februar 2016 unter der neuen Marke positioniert.
Am 30. September wurde das Vienna House Easy Berlin eröffnet. CEO Rupert Simoner sieht in München eine „ideale Plattform, um weitere Investoren kennenzulernen und Projekte an Land zu ziehen. „Seit der Neupositionierung spüren wir großes Interesse von Investoren und Immobilienentwicklern, die mit uns Hotels realisieren möchten.“ Simoner will Vienna House als Hotelbetreiber vorstellen, sowohl Strategie- und Entwicklungsmöglichkeiten als auch die drei Hotellinien Smart-Casual, Design und Business. Ein spezielles Hotel wird bewusst nicht in den Vordergrund gerückt.
Nicht nur der Besucher, sondern auch der Aussteller wegen hat sich das auf europäische Logistikimmobilien spezialisierte Unternehmen Palmira Capital Partners am Gemeinschaftsstand Europa Mitte beteiligt. „Österreich ist für uns eine feste Größe auf der Logistiklandkarte Europas. Wir wollen durch die Teilnahme unser langfristiges Engagement auf dem österreichischen Markt bekräftigen“, betont Geschäftsführer Alexander Hoff. Immerhin ist Palmira im Bereich Logistik und Gewerbeparks einer der aktivsten Investoren in Österreich. Palmira ist nicht der einzige Neuling. „Mit fünf neuen, zum Teil internationalen Ausstellern ist es uns gelungen, die Vielfalt zu erhöhen“, freut sich Elisabeth della Lucia, Ko-Veranstalterin des Gemeinschaftsstandes „Europa Mitte“: „Zumal alle fünf mit sehr innovativen Produkten oder Services aufhorchen lassen.“
So wie die beiden technikaffinen Firmen Imabis und Payuca. Für Imabis-Geschäftsführer Roland Schmid ist die Teilnahme schon deshalb wichtig, weil „wir auch mit einem Büro in Berlin vertreten sind, in dem wir unsere gesamte Dienstleistungspalette für den deutschen Markt anbieten“. Payuca-Geschäftsführer Dominik Wegmayer hingegen möchte mit dem neu entwickelten Payuca-Parking-Management-Tool „die nächste Evolution der Parkplatzverwaltung“ auslösen.
Rund 36 weitere heimische Aussteller sind zudem am Gemeinschaftsstand „Austria“ vertreten, der sich mit seinen 475 Quadratmetern Ausstellungsfläche zu einem beliebten Meeting Point im Herzen der Halle B2 entwickelt hat.