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OMV will offenbar mit einer Mrd. Dollar bei Gazprom-Pipeline einsteigen

Man suche nach Lösungen, um das Projekt zu unterstützen, sagt die OMV.
Man suche nach Lösungen, um das Projekt zu unterstützen, sagt die OMV.REUTERS
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Gazprom sucht ein neues Finanzierungsmodell für die 1200 Kilometer lange Nordstream-2-Gaspipeline. OMV könnte den Eisbrecher spielen.

Die Gaspipeline Nord Stream 2, die der russische Energieriese Gazprom plant, könnte auf neuem Wege und der weiteren Teilnahme der OMV finanziert werden. Der "Kurier" schreibt, dass die Pipeline über eine Wandelanleihe, begeben von der Gazprom, finanziert werden könnte. Anleihezeichner würden dann irgendwann Aktien erhalten.

Grund sei, dass sich die Gazprom schwer über westliche Banken finanzieren kann. Im Fall einer Wandelanleihe wären westliche Partner praktisch Kreditgeber. Der "Kurier" schreibt, aus dem Konsortium ist zu hören, dass die OMV dabei den Eisbrecher spielen solle und ein Anleihevolumen von rund einer Milliarde Dollar übernehmen könnte. Wann eine Umwandlung in Aktien erfolgt, müsste der teilstaatliche heimische Konzern offenlassen. Ein OMV-Sprecher bestätigte gegenüber der Zeitung lediglich, dass man nach Lösungen suche, um das Projekt weiter zu unterstützen.

Gazprom-Chef zu Gast bei Kern

Nord Stream 2 soll auf circa 1200 Kilometern Länge von der Region Sankt Petersburg in Russland durch die Ostsee bis zur deutschen Küste führen - mit zwei parallelen Leitungen auf dem Meeresboden mit jeweils 27 Mrd. m3 Jahreskapazität, in Summe also rund 55 Mrd. m3. Die beiden Leitungen sollten 2018/19 gebaut werden und bis Ende 2019 in Betrieb gehen. Als vorläufiger Investitionsaufwand waren circa 8 Mrd. Euro veranschlagt, vollständig privat finanziert.

Gazprom hätte an der Nord-Stream-2-Gesellschaft 50 Prozent halten sollen, die fünf Partner - ENGIE (früher GDF Suez), OMV, Shell, Uniper und Wintershall - jeweils 10 Prozent, sah der Gesellschaftervertrag vor. Der wird jedoch nicht umgesetzt, Gazprom bleibt 100-Prozent-Eigentümer der Nord Stream 2 AG. Denn erst Mitte August hatten die sechs Unternehmen ihre fusionskontrollrechtliche Anmeldung bei der polnischen Wettbewerbsbehörde zurückgezogen. Nun wird nach neuen Lösungen gesucht. Kommende Woche ist Gazprom-Chef Alexi Miller bei Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) in Wien als Gast angesagt.

(APA)