Wiener Privatuni wurde "Opfer der Wirtschaftskrise"

Akupunktur
Akupunkturdpa/dpaweb (Bernd Thissen)
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Aus für das Akupunktur-Studium: Die Privatuni für traditionelle chinesische Medizin hat zugesperrt. Die Zulassung wurde ohne öffentliche Förderungen zu teuer.

Die seit 2004 in Wien bestehende Privatuniversität für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) hat ihren Betrieb eingestellt. Die Akkreditierung sei im August erloschen, der Träger der Einrichtung hat keinen Antrag auf Verlängerung eingebracht. Der Gründer der Privatuni, Andreas Bayer, sieht die Einrichtung als "Opfer der Wirtschaftskrise", ein für die Re-Akkreditierung notwendiger Investor sei ausgefallen, erklärte er.

Von 2004 bis 2009 haben an der TCM Privatuniversität laut Akkreditierungsrat 55 Studenten ihr Studium abgeschlossen, 23 Studenten absolvierten einen Universitätslehrgang. Die Privatuni bot Bachelor- und Master-Studien u.a. in den Bereichen Akupunktur, chinesische Pharmakologie und TCM sowie mehrere Uni-Lehrgänge an. Nach Angaben des Akkreditierungsrates hat die Einrichtung alle ihre Ausbildungs-Verpflichtungen abgeschlossen.

Die für die Re-Akkreditierung notwendigen Betriebsmittel in Höhe von fünf Mio. Euro seien von einem Investor bereits zugesagt gewesen, aufgrund der Wirtschaftskrise aber "wieder abhandengekommen", betonte Bayer. Die TCM Privatuni habe aber auch von Anfang an mit Verzögerungen bei der Akkreditierung zu kämpfen gehabt: Interventionen der Ärztekammer hätten die Genehmigung durch die damalige Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) um ein Jahr verzögert, wodurch Studenten und Investoren verloren gegangen seien.

Viele Mitarbeiter hätten in den vergangenen fünf Jahren ehrenamtlich gearbeitet, die TCM Privatuni sei "die einzige wirklich private Universität" gewesen, die ohne Förderung von Ländern oder Unternehmen ausgekommen sei, betonte Bayer. Das sei nun nicht mehr weiterführbar gewesen, "bevor wir eine schlechte Uni sind, sind wir lieber gar keine". Das größte Problem im Bereich der Privatunis sieht Bayer im Verbot der Finanzierung durch den Bund, hier seien die Grenzen zu eng gezogen. Zudem würden von den Privaten "ungleich höhere qualitative Standards gefordert als von den staatlichen Unis. Diese können billige Lehre anbieten, die nicht kontrolliert wird, während für uns der qualitative Aufwand enorm hoch ist", sagte Bayer. Er ist aber sicher, viel für TCM in Österreich bewegt zu haben: "Das Ausbildungsniveau in diesem Bereich und die Akzeptanz der TCM sind gestiegen."

(APA)

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