Studie: Heimische Industrie braucht mehr Fachkräfte

Industrie 4.0
Industrie braucht mehr FachkräfteFH Technikum Wien/APA-Fotoservic

Um auf Industrie 4.0, Globalisierung und demografische Veränderungen reagieren zu können, braucht die heimische Industrie höherqualifizierte Mitarbeiter.

Österreichs Industrie braucht mehr höherqualifizierte Mitarbeiter, um auf Megatrends wie Industrie 4.0, Globalisierung und demografische Veränderungen zu reagieren. Laut einer Studie des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) steigt dadurch in der Praxis allerdings nicht vorrangig der Bedarf nach Akademikern, sondern nach höherqualifizierten Lehr-, Fachschul- und BHS-Absolventen.

Der Befragung des ibw unter Mitgliedsbetrieben der Industriellenvereinigung (IV) zufolge haben derzeit viele Unternehmen das Gefühl, dass ihre Mitarbeiter in Hinblick auf Industrie 4.0 (Einsatz intelligenter vernetzter Technologien) und Globalisierung hinterherhinken: So ortet jedes siebente Unternehmen bei seinen Mitarbeitern Defizite etwa bei in diesen Bereichen benötigten Fachkenntnissen, Soft Skills und dem kreativen Potenzial; jedes zehnte Unternehmen beklagt Mankos bei Englischkenntnissen und dem Umgang mit digitalen Medien.

Nicht nur Akademiker

Die Höherqualifizierung der Mitarbeiter, die für einen erfolgreichen Umgang mit den genannten Megatrends benötigt wird, ist allerdings "nicht deckungsgleich als Akademisierung zu verstehen", wird in der Studie betont. "Mit akademischer Ausbildung zu besetzende Stellen bilden nämlich nur einen Teil der gesamten unternehmerischen Nachfrage nach höherqualifizierter Beschäftigung."

Im vergangenen Jahrzehnt haben sich die beruflichen Anforderungen in jenen Firmen am stärksten verändert, in denen vor allem Mitarbeiter mit Lehre und Fachschulabschluss arbeiten (in der Studie: "mittel qualifizierte" Unternehmen). Dort wurde die Höherqualifikation des Personals nicht vorrangig durch Rekrutierung von Hochschulabsolventen erreicht, sondern durch facheinschlägige Fort- und Weiterbildung und den Erwerb zusätzlicher Kompetenzen und dem Rückgang niedrig qualifizierter Beschäftigung.

(APA)