Kreuzworträtsel und Kartenspiele senken Alzheimer-Risiko

Geriatriezentrum am Wienerwald
(c) Die Presse (Fabry Clemens)

Das Hirn fit halten verringert die Gefahr, an Demenzsymptomen zu erkranken. Auch soziale Aktivitäten helfen gegen die Krankheit. Körperliche Aktivitäten und Fernsehen helfen dagegen nicht.

Senioren, die häufig Karten spielen oder Kreuzworträtsel lösen, leiden deutlich seltener an Demenzerkrankungen wie beispielsweise Alzheimer. Auch soziales Engagement und künstlerische Aktivität verringerten das Erkrankungsrisiko deutlich, berichteten Wissenschafterinnen am französischen Instituts für Gesundheits- und Medizinforschung (Inserm) in Paris.

Menschen, die mindestens zweimal pro Woche geistig stimulierenden Beschäftigungen nachgingen, verringerten das Risiko, unter Demenzsymptomen zu leiden, um die Hälfte - und dies unabhängig von Bildungsniveau, Geschlecht, Lebensweise oder allgemeinem Gesundheitszustand.

Körperliche Aktivität und Fernsehen helfen nicht

Passive Aktivitäten wie Musik hören oder Fernsehen verringerten das Auftreten von Demenzsymptomen dagegen nicht, wie es in der im Fachblatt "Neurology" veröffentlichten Studie hieß. Auch körperliche Aktivität wie Gartenarbeit, Basteln oder Spaziergänge hatten demnach kaum Auswirkungen auf das Demenzrisiko.

Die Forscherinnen Tasnime Akbaraly und Claudine Berr werteten für ihre im Fachblatt "Neurology" veröffentlichte Studie die Daten von 6.000 über 65-Jährigen aus drei französischen Städten aus. In der Zeit von 1999 bis 2001 traten unter ihnen 161 neue Fälle von Demenz oder Alzheimer auf.

Mit der Studie wollten die Forscherinnen herausfinden, welche Aktivitäten die sogenannte "kognitive Reserve" stimulieren, also die Fähigkeit, alternative Neuronen beim Verlust von Gehirnzellen zu nutzen. "Die kognitive Reserve ermöglicht es, das Auftreten von Symptomen bei Menschen mit Alzheimer zu verzögern", sagte Akbaraly. Die Studie zeige, dass die geistige Stimulation ein wichtiger Faktor im Kampf gegen Demenzerkrankungen sein könne.

(Ag.)