US-Vizepräsident droht Russland: "Wir senden eine Botschaft"

Russian Prime Minister Putin shakes hands with U.S. Vice President Biden during their meeting in Moscow
Russian Prime Minister Putin shakes hands with U.S. Vice President Biden during their meeting in Moscow(c) REUTERS (� Alexander Natruskin / Reuters)
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Der Kremlchef bezeichnet Äußerungen des US-Vizepräsidenten einen Verstoß gegen internationale Normen.

Nach einer Serie mutmaßlich russischer Cyberangriffe hat US-Vizepräsident Joe Biden Russlands Staatschef Wladimir Putin spürbare Konsequenzen angedroht. Biden sagte in einem Interview, Putin werde eine entsprechende "Botschaft" erhalten. Putin warf daraufhin den USA vor, mit Hilfe der Anschuldigungen von aktuellen innenpolitischen Problemen abzulenken.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichte am Samstag drei Reden von Hillary Clinton, die sie auf Einladung der Investmentbank Goldman Sachs vor ihrer Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur hielt.

CIA plant Cyberattacke

Auf die Frage, warum die US-Regierung bisher nicht auf Russlands mutmaßliche Einmischung in den US-Wahlkampf durch Hackerangriffe reagiert habe, sagte Biden dem Fernsehsender NBC am Freitag: "Wir senden eine Botschaft." Die USA hätten dazu die Fähigkeit und würden es tun. Putin werde "es wissen, und es wird zu einer von uns gewählten Zeit sein und unter Umständen, die die größte Auswirkung haben".

Auf die Nachfrage, ob auch die Öffentlichkeit dies mitbekommen werde, sagte Biden: "Ich hoffe nicht." Laut NBC plant der US-Geheimdienst CIA als Vergeltungsmaßnahme eine Cyberattacke, die "die Kreml-Führung beunruhigen und blamieren" werde.

Putin kritisiert Biden

Putin sagte am Rande eines Gipfeltreffens der fünf wichtigsten Schwellenländer im indischen Goa, es gebe in den USA "zahlreiche Probleme". Vor diesem Hintergrund werde "auf bewährte Methoden" zurückgegriffen, um die Wähler abzulenken. "Man muss zum Beispiel einen Feind schaffen und das Land gegenüber diesem Feind vereinen", sagte Putin.

Es sei "schade, dass die russisch-amerikanischen Beziehungen aufgrund der innenpolitischen Probleme geopfert werden", ergänzte er. Er hoffe auf eine Wiederherstellung der bilateralen Beziehungen, "wenn diese Debatten und diese schwierige Phase in der US-Innenpolitik vorbei sind".

USA vermuten Kreml hinter Wikileaks-Enthüllungen

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hatte die Drohungen zuvor als "beispiellos" bezeichnet, da sie auf der Ebene eines US-Vizepräsidenten geäußert würden. Er fügte hinzu: "Vor dem Hintergrund dieses aggressiven, unvorhersehbaren Kurses müssen wir Maßnahmen zum Schutz unserer Interessen und zur Minimierung von Risiken ergreifen."

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte vor einer Woche begonnen, tausende E-Mails vom persönlichen Konto von Clintons Wahlkampfmanager John Podesta zu veröffentlichen. Hinter dem Hacker-Angriff vermuten die US-Behörden Russland.

(APA/AFP)

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