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OMV-Chef Seele: Alles soll sich um Baumgarten drehen

OMV. Das Nordstream-2-Projekt hält OMV-Boss Seele gerade aus Österreichs Perspektive für unverzichtbar.

Wien. Ungeachtet der politischen Spannungen zwischen Russland und der EU treibt der Pipelinebauer Nord Stream 2 den Bau einer zweiten Trasse für russisches Erdgas durch die Ostsee voran. Man gehe davon aus, die beiden Stränge der Pipeline Ende 2019 in Betrieb zu nehmen, sagte ein Sprecher der Nordstream 2 AG.

Und was hat das Ganze mit Österreich zu tun? Noch immer sehr viel, wenn es nach OMV-Boss Rainer Seele geht. Und das, obwohl die OMV wegen des polnischen Widerstands gegen das Nordstream-2-Projekt vor Kurzem ihren Ausstieg daraus bekannt gegeben hat. Dennoch habe die OMV weiter Interesse daran, betont Seele bei einer Veranstaltung des Salon Z.

Und weshalb? „Wir wollen die zentrale logistische Stellung des Erdgashandelspunktes Baumgarten im Weinviertel stärken. Wir wollen so viel Gas wie möglich, das in Europa herumtransportiert wird, über Österreich fließen lassen. Dafür bekommen wir nämlich Transporteinlagen. So einfach ist das“, sagte Seele.

Deshalb sei Nordstream 2 von Bedeutung: „Denn gemäß unserer Vereinbarung mit der Gazprom wird es (Anm.: Nordstream 2) als Endpunkt Baumgarten haben.“ Und damit würde Österreich eine Diversifizierung der Importwege für russisches Gas bekommen, was Seele ein Anliegen ist: „Derzeit haben wir nur eine einzige Monopolroute über die Ukraine.“ Es sei ein Faktum, dass in der Vergangenheit nicht immer das für Österreich bestimmte Gas über die Ukraine hier angekommen ist. Daher sei es von erheblicher Bedeutung, dass es einen zweiten Weg gebe, über den Österreich zu seinen Mengen komme. Möglichen Einwänden aus dem Publikum nimmt Seele gleich den Wind aus den Segeln: „Wenn sie mir sagen, dass der Weg über die Ostsee und durch Deutschland mit weniger Transitsicherheit verbunden ist als der über die Ukraine, dann werde ich nicht lang mit ihnen diskutieren. “ (hec)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.10.2016)