USA: Kreditkartenausfälle auf Rekordhoch

Paylife, Bankomat, Geld, Kreditkarte  Foto: Clemens Fabry
Paylife, Bankomat, Geld, Kreditkarte Foto: Clemens Fabry(c) (Clemens Fabry)
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Die Arbeitslosigkeit in den USA wächst, immer mehr Amerikaner können ihre Schulden nicht mehr zahlen. Derzeit wird damit gerechnet, dass 11,5 Prozent der Schulden ausfallen.

Wien (ag./red.). Die Kreditkartenausfälle in den USA haben im August einen neuen Höchststand erreicht. Das gab die Ratingagentur Moody's am Mittwoch bekannt. Zuletzt war im Juni von rekordverdächtigen Ausfällen berichtet worden. Laut Daten des Moody's Investors Service stieg der Anteil jener Kreditkartenschulden, mit deren Rückzahlung die Banken nicht mehr rechnen, auf 11,49 Prozent (der ausstehenden Beträge). Der Anteil hat sich damit binnen eines Jahres nahezu verdoppelt, wie die „New York Times“ berichtet.

Zurückzuführen ist diese Entwicklung vor allem auf die steigende Arbeitslosigkeit in den USA. Sie erreichte im August 9,7 Prozent, seit 26 Jahren waren nicht mehr so viele Menschen ohne Job. Doch der Höhepunkt dürfte noch nicht erreicht sein. Experten rechnen bis Jahresende mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit auf etwa zehn Prozent. Moody's ist der Ansicht, dass daher auch die Ausfallsrate der Kreditkartenschulden bis Mitte 2010 auf 13 Prozent klettern wird.s

9000 Dollar Schulden pro Haushalt

In den Vereinigten Staaten hat die Kreditkarte eine deutlich höhere Bedeutung als in Europa, sie ist vergleichbar mit einem Konsumentenkredit. Drei Viertel aller US-Haushalte besitzen mindestens eine Kreditkarte. Um die Schulden, die auf einer Karte angehäuft werden, bedienen zu können, wird eine andere Kreditkarte herangezogen. Die Verschuldung eines US-Haushalts lag im Vorjahr bei rund 9000 Dollar (ohne Kredite für den Haus- oder Wohnungsverkauf).

Kreditkartenfirmen haben infolge hoher Gebühren bislang gut an den Schulden ihrer Kunden verdient. Im Mai hat US-Präsident Barack Obama ein Gesetz unterzeichnet, das Konzerne zur Begrenzung ihrer Gebühren verpflichtet.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.09.2009)

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