Fußball: Zahlreiche Blamagen im DFB-Pokal

HSV Osnabrueck
HSV Osnabrueck(c) EPA (FRISO GENTSCH)
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Nach dem 0:3 bei Rapid kommt die nächste peinliche Niederlage für den HSV: Die Hamburger verabschieden sich gegen Drittligist Osnabrück aus dem Pokal. Auch Meister Wolfsburg, Hertha und Leverkusen sind raus.

Für gleich mehrere Favoriten endete der Mittwoch im deutschen Fußball-Pokal mit einem unerwarteten K.o. Der Hamburger SV musste in der 2. Runde des DFB-Pokals am Mittwochabend sensationell die Segel streichen. Nach dem 0:3 bei Rapid blamierten sich die Norddeutschen diesmal bei Drittligist VfL Osnabrück: Nach einem 3:3 nach 90 Minuten musste sich die Labbadia-Elf im Elfmeterschießen 2:4 geschlagen geben.

Auch für mehrere andere Top-Teams war die zweite Pokalrunde die letzte: Meister VfL Wolfsburg verlor beim 1. FC Köln 2:3, Bayer Leverkusen zog beim zweitklassigen 1. FC Kaiserslautern mit 1:2 ebenso den Kürzeren wie der SC Freiburg mit einem 0:1 beim FC Augsburg. Auch Hertha BSC musste sich 1860 München nach einem 2:2 nach Verlängerung im Elfmeterschießen 1:4 geschlagen geben. Stuttgart gewann bei Viertligist Lübeck erst nach Verlängerung 3:1, Eintracht Frankfurt setzte sich gegen Alemannia Aachen 6:4 durch.

HSV blamiert sich in Osnabrück

Hamburg begann in Osnabrück sehr schwach und geriet nicht unverdient durch Hansen (52.) und
Siegert (67.) mit 0:2 in Rückstand. Mladen Petric per Distanzschuss stellte in der (77. Minute den Anschlusstreffer her. In der 92. Minute sorgte Osnabrücks Schmidt mit einer Riesendummheit für den HSV-Ausgleich: Der 21-Jährige, der erst Sekunden zuvor eingewechselt wurde, spielte im eigenen Strafraum unnötig mit der Hand. Piotr Trochowski verwandete den fälligen Elfmeter und rettete den HSV in letzter Mnute doch noch in die Verlängerung. Guy Demel (100.) brachte den über weite Strecken enttäuschenden und überheblichen Bundesliga-Spitzenreiter erstmals in Führung, doch das reichte trotzdem nicht: Henning Grieneisen (116.) glich noch aus. In der Entscheidung versagten der Mannschaft von Bruno Labbadia die Nerven: Tesche und Petric vergaben ihre Versuche, beim Drittligisten trafen alle angetretenen Spieler.

"Das haben wir uns selbst zuzuschreiben", suchte Trochowski nach nach keinen Ausreden. Und Trainer Bruno Labbadia, der vor dem Liga-Hit am Samstag daheim gegen FC Bayern um den verletzten Ex-Münchner Ze Roberto (Muskelverhärtung) bangt, meinte: "Einige müssen sich erst an den Drei-Tage-Spielrhythmus gewöhnen."

Auch der Meister scheitert

Auch Meister VfL Wolfsburg scheiterte an einem Außenseiter: Beim Tabellennachzügler FC Köln geriet das VW-Team durch einen Doppelpack von Ishiaku (22. und 32.) noch vor der Pause mit 0:2 in Rückstand. In der zweiten Halbzeit gab Wolfsburg ordentlich Gas und kam durch Torjäger Edin Dzeko prompt zum Anschlusstreffer (54.). Als der Meister dann aber auf den Ausgleich drängte, schlug Köln eiskalt zu: Bei einem Konter verwertete Freis ein schönes Podolski-Zuspiel zur 3:1-Führung (65.). Riether verkürzte zwar im Gegenzug erneut (66.), mit viel Glück zitterten sich die Kölner dann aber zum Schlusspfiff, auch weil Superstar Grafite in der 89. Minute eine todsichere Chance ausließ. In der Schlussphase holte sich Wolfsburgs Schäfer noch eine Gelb-Rote Karte wegen Kritik ab, VfL-Trainer Armin Veh wurde vom Schiedsrichter auf die Tribüne geschickt.

Lautern wirft Leverkusen raus

Mit Bayer Leverkusen verabschiedete sich an diesem verrückten Mittwochabend ein dritter Favorit auf den Pokalsieg nach einer Niederlage bei einem unterklassigen Gegner: Beim Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern geriet der Tabellenzweite der Bundesliga schon in der 12. Minute durch Sam in Rückstand. Die ideenlosen Leverkusener konnten vor der Pause nicht mehr ausgleichen, auch weil ihnen Referee Lutz Wagner in der 45. Minute einen Elfer nach Foul an Derdiyok vorenthielt. Jendrisek erhöhte dann in der 62. Minute auf 2:0 für Kaiserslautern, der Anschlusstreffer für Leverkusen durch Gekas in der 86. Minute kam zu spät.

Herthas Krise prolongiert

Bundesliga-Schlusslicht Hertha BSC Berlin setzte die jüngste Krise auch im Pokal fort: Die Hauptstädter, die in der vergangenen Saison noch um den Meistertitel mitgespielt hatten, scheiterten an Zweitligist 1860 München im Elferschießen. Die 60er gingen schon nach zehn Minuten durch ein Eigentor von Bengtsson in Führung, nach der Pause erhöhte Cooper auf 2:0 (51.). Danach schalteten die Münchner ein paar Gänge zurück und wurden dafür bitter bestraft: Mit einem Doppelschlag durch Neuzugang Ramos (77.) und Domovchiyski (79.) rettete sich die Hertha in die Verlängerung, in der keine weiteren Tore fielen. Im Elferschießen wurde dann ausgerechnet 1860-Torwart Gabor Kiraly, der zwischen 1997 und 2004 für die Berliner gespielt hatte, zum Sargnagel für die Favre-Elf. Kiraly entschärfte den Versuch von Kacar, Herthas Janker schoss über das Tor und der Aufstieg der "Löwen" stand nach dem 4:1 im Elferschießen fest.

Bremen bezwingt St. Pauli

Den Sprung ins Achtelfinale schaffte hingegen Titelverteidiger Werder Bremen. Austrias Europa-League-Gegner setzten sich gegen Zweitligist FC St. Pauli knapp 2:1 durch und hielt damit Kurs auf den angepeilten siebenten Cup-Triumph. Die Bremer wurden ihrer Favoritenrolle gegen St. Pauli auch ohne die Teamspieler Mesut Özil (verletzt) sowie Marko Marin und Claudio Pizarro in der Anfangself über weite Strecken gerecht. Aaron Hunt (28.) und Naldo (81.) trafen für die ohne den verletzten Sebastian Prödl angetretene Werder-Elf.

Kein zweites Wunder für Landerl

Der VfB Stuttgart stieg ebenfalls ins Achtelfinale auf, musste gegen Viertligist VfB Lübeck, bei dem Österreichs Ex-Nationalspieler Rolf Landerl durchspielte und in der 35. Minute Gelb sah, in die Verlängerung. Bis zur 77. Minute roch es gar nach einer faustdicken Sensation, denn der Außenseiter ging schon nach sechs Minuten durch Henning 1:0 in Führung. Der Champions League-Teilnehmer, der auf Stamm-Torwart Jens Lehmann wegen dessen "Wiesn"-Besuch verzichtete, brauchten lange, um den Schock zu überwinden. Erst in der angesprochenen 77. Minute markierte der eingewechselte Schieber den Ausgleich. In der Verlängerung setzte sich der Bundesligist dann gegen den viertklassigen Gegner, bei dem die Kräfte nachließen, durch: Khedira (109.) und Cacau (117.) sorgten für den 3:1-Endstand. Für den VfB Lübeck, der in der 1. Runde noch den FSV Mainz bezwungen hatte, gab es somit kein weiteres Wunder.

Mit dem SC Freiburg strich gar noch ein vierter Bundesligist gegen einen unterklassigen Gegner die Segel: Die Breisgauer unterlagen Zweitligst FC Augsburg durch ein Tor von Brinkmann in der 63. Minute 0:1.

Tollhaus Frankfurter Stadion

Ein verrücktes Spiel erlebten die 25.000 Zuschauer in Frankfurt: Die Eintracht ging schon in der 1. Minute durch Caio gegen Alemannia Aachen in Führung und legte in der 5. Minute durch Liberopoulos gleich den zweiten Treffer nach. Den Anschlusstreffer von Guaye (23.) konterten die Frankfurter kurz vor der Pause durch ein Eigentor von Szukala zum Halbzeitstand von 3:1. Die Eintracht kam wie ein Wirbelwind aus der Kabine und legte durch den zweiten Treffer von Liberopoulos (50.) und den starken Alexander Meier (53.) zwei Tore nach. Mit der 5:1-Führung im Rücken schlich sich bei den Hausherren dann aber der Schlendrian ein, Aachens Benjamin Auer verkürzte mit einem Doppelschlag (65. und 72.) auf 3:5. Und als Gueye in der 87. Minute sogar noch den Anschlusstreffer schaffte, wurde es richtig heiß in Frankfurt. Doch der Ex-Salzburger Selim Teber stellte in der 89. Minute per Elfmeter den 6:4-Endstand her und beruhigte die Frankfurter Fans. Ümit Korkmaz saß bei den Siegern erneut nur auf der Ersatzbank.

Dienstag:

Eintracht Trier (IV. Liga) - Arminia Bielefeld (II) 4:2 n.V.
1. FC Nürnberg - 1899 Hoffenheim (Ibertsberger nicht im Kader) 0:1
Bayern München - Rot-Weiß Oberhausen (II) 5:0
Mönchengladbach - MSV Duisburg (II) 0:1
Rot Weiss Ahlen (II) - Greuther Fürth (II) 2:3 n.V.
Karlsruher SC (II) - Borussia Dortmund 0:3
VfL Bochum (Fuchs spielte durch und erzielte das 0:3 per Eigentor) - FC Schalke 04 0:3
TuS Koblenz (II) - Energie Cottbus (II) 4:2 n.V.

Mittwoch:

1860 München (II) - Hertha Berlin 2:2, 4:1 n.E.
FC Augsburg (II) - SC Freiburg 1:0
Werder Bremen - FC St. Pauli (II) 2:1
Eintracht Frankfurt - Alemannia Aachen (II) 6:4
VfL Osnabrück (III) - Hamburger SV 2:2, 3:3 n.V., 4:2 i.E.
VfB Lübeck (IV) - VfB Stuttgart 1:3 n.V.
1. FC Kaiserslautern (II) - Bayer Leverkusen 2:1
1. FC Köln - VfL Wolfsburg 3:2

Das Achtelfinale wird am Samstag, 26. September ausgelost.

(Ag./sb)

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