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Wiener U-Bahn "rund um die Uhr": SPÖ blockt ab

Wiener U-Bahn
(c) Clemens Fabry
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Emotionaler Parteienstreit über den Betrieb der Wiener U-Bahn rund um die Uhr. Die Oppositionsparteien fordern die zeitliche Verlängerung, die SPÖ ist vehement dagegen.

Emotional verlief am Donnerstag die Diskussion über die Verkehrsmaßnahme im Wiener Gemeinderat. Während die Oppositionsparteien sich mit unterschiedlichen Nuancen für den Betrieb der U-Bahn rund um die Uhr - zumindest am Wochenende - aussprachen, wehrten sich die SPÖ-Mandatare mit aller Vehemenz gegen den Vorschlag. "20 Cent pro U-Bahnfahrer, weniger als 1 Million Euro insgesamt, das muss es der Stadt Wien Wert sein", rechnete Wolfgang Gerstl, Verkehrssprecher der ÖVP-Wien, vor. "Wären die Wiener Linien bereit, die U-Bahn an den Wochenenden 24 Stunden im Einsatz zu belassen, würde dies, über das Jahr gerechnet, eine Mehrleistung von nur insgesamt 2,9 Prozent an Betriebszeit bedeuten".

Grüne: Gut investiertes Geld

Ebenfalls klar für eine Verlängerung sprachen sich die Grünen in Form ihres Verkehrssprechers Christoph Chorherr aus: "Verlängern wir die U-Bahn so rasch wie möglich." Er gehe von Mehrkosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro im Jahr aus - was gut investiertes Geld sei. Und wenn er sich die Geldverschwendung im Umfeld der Wiener SPÖ ansehe, so etwa die Mehrkosten für das Flughafenterminal Skylink, müsse man sagen: "Da können wir 153 Jahre lang die U-Bahn in der Nacht fahren."

Die FPÖ möchte die Betriebszeiten der U-Bahn ausweiten. "Einen partiellen U-Bahn-Betrieb bis 2 Uhr - das macht Sinn", beschied Gemeinderat Herbert Madejski. Die Freiheitlichen wollen eine Ausweitung des Nachtbus-Angebots.

SPÖ: Sommerlochthema

SPÖ-Vertreter Karlheinz Hora echauffierte sich hingegen lauthals über das Ansinnen der Opposition, das er als "Sommerlochthema" geißelte. "Man kann eine U-Bahn zwar dann führen, wenn es notwendig ist, aber ich glaube, dass sich das Wiener Bussystem sehr bewährt hat", so Hora. Überdies lägen die Kosten höher als von der Opposition behauptet. "Alleine eine neue U-Bahngarnitur kostet zehn Millionen Euro", erinnerte SPÖ-Gemeinderat Franz Ekkamp: "Wien hat hervorragende öffentliche Verkehrsmittel und wir werden darauf achten, dass sie es auch weiter bleiben".

(APA/Red.)