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Unabhängiger könnte US-Staat Utah gewinnen

(c) Reuters
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Die Wähler sind in Scharen zum früheren CIA-Mitarbeiter Evan McMullin übergelaufen, der sich als seriöse konservative Alternative zu Trump präsentiert.

Zwei Wochen vor der US-Präsidentenwahl steht der weithin unbekannte Evan McMullin vor einem Sensationssieg im US-Staat Utah, der ihn bei einem Patt zwischen Hillary Clinton und Donald Trump sogar ins Weiße Haus katapultieren könnte. Schaffen die beiden keine Mehrheit im Wahlmännergremium, kürt nämlich das von Trump-kritischen Republikanern dominierte US-Repräsentantenhaus den Präsidenten.

Der Mormone McMullin führt in einer aktuellen Umfrage in seiner Heimat mit 31 Prozent vor Trump (27 Prozent) und Clinton (24). Wegen der Affäre um frauenfeindliche Äußerungen Trumps sind republikanische Wähler in Scharen zum früheren CIA-Mitarbeiter übergelaufen, der sich als seriöse konservative Alternative zum polternden New Yorker Politclown präsentiert. Er ist erst im Sommer ins Rennen eingestiegen und tritt nur in einigen US-Staaten an.

Sollte McMullin tatsächlich in Utah gewinnen, wäre es das erste Mal seit 1968, dass ein US-Staat nicht für einen Demokraten oder Republikaner gestimmt hat. Zwar stellt Utah nur sechs der 538 Wahlmännerstimmen, doch könnte dies theoretisch reichen, um die Wahl von Clinton und Trump zu vereiteln.

Gänzlich ausgeschlossen ist das nicht. Nach Berechnungen des Portals "Realclearpolitics" hat Clinton aktuell 262 Wahlmännerstimmen sicher, Trump 164 (einschließlich Utah). Sollte der Republikaner alle umkämpften Staaten mit Ausnahme Nevadas für sich entscheiden und zugleich Utah verlieren, blieben sowohl er als auch Clinton unter der magischen Marke von 270 Stimmen.

Die US-Verfassung schreibt für diesen Fall vor, dass das Repräsentantenhaus den Präsidenten wählt. Die Abgeordneten können dabei nur aus Kandidaten wählen, die tatsächlich Wahlmännerstimmen erhalten haben. Obwohl er landesweit sogar hinter dem libertären Kandidaten Gary Johnson und der Grünen Jil Stein liegen wird, hätte McMullin dann plötzlich Chancen, ins Weiße Haus einzuziehen. Das Repräsentantenhaus wird nämlich von Republikanern dominiert, die mit Trump keine besondere Freude haben. Zahlreiche Abgeordnete hatten ihm nach Bekanntwerden des Videos mit frauenfeindlichen Äußerungen öffentlich die Unterstützung entzogen oder ihn gar zum Rückzug aufgefordert.

 

(Ag.)