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Sobotka gegen Spekulationen über Zahl von "Illegalen"

Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP)
Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP)APA/HANS PUNZ
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Der Innenminister hält es "für jeden von uns unzumutbar, dass wir illegal Aufhältige haben". Er könne aber nur die bereits bekanntgegebene Zahl von 3175 Personen mit negativem Asylbescheid nennen.

Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) hat sich gegen Spekulationen über die Zahl von "Illegalen" ausgesprochen. Zu den Äußerung von Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ), wonach es neben den von Sobotka genannten 3175 Personen mit negativem Asylbescheid auch zahlreiche "Untergetauchte" gebe, sagte der Minister, er könne nur die Zahlen auf den Tisch legen und "rationale Maßnahmen" setzen.

"Es ist natürlich für jeden von uns unzumutbar, dass wir illegal Aufhältige in Österreich haben. An Spekulationen kann und will ich mich als Innenminister aber nicht beteiligen", sagte Sobotka am Donnerstag. Nennen könne er nur die (bereits in der Vorwoche von ihm bekanntgegebene) Zahl von 3175 Personen mit negativem Asylbescheid, die sich derzeit in Grundversorgung befinden. Einmal mehr betonte Sobotka, dass die Zahl der Außer-Landes-Bringungen im heurigen Jahr (6196 Fälle) gegenüber den Vorjahren deutlich gestiegen sei - und erstmals die Zahl der neu angefallenen abzuschiebenden Personen (bisher 5378) übertroffen habe: "Unter meiner Verantwortung wurden heuer erstmals mehr Personen außer Landes gebracht, als negative Asylwerber hinzugekommen sind. Wir setzen hier einen Schwerpunkt und gehen diesen Weg konsequent weiter."

Sobotka hofft auf gemeinsame Linie mit Doskozil

Erneut sagte Sobotka, er könne die von Doskozil getätigte Einschätzung, wonach bis zu 90 Prozent der Asylwerber, die einen negativen Bescheid bekommen, in Österreich blieben, "nicht nachvollziehen". "Ich gebe ihm aber recht, wir haben illegal Aufhältige - hier gilt es Lösungen zu finden." Daher brauche es auch die von ihm geforderten Verschärfungen im Fremdenrecht, verwies der Minister erneut auf den von ihm an seinen Regierungs-Kollegen vor knapp drei Wochen übermittelten entsprechenden Gesetzes-Vorschlag. Dieser sieht Sanktionen für jene vor, die das Land trotz Ausreisebescheids nicht verlassen bzw. erneut einreisen sowie die Aberkennung der Grundversorgung, sofern sich die abgewiesenen Asylwerber nicht aktiv an deren Außer-Landes-Bringung beteiligen. "Beide Vorschläge sind gemacht - bei beiden erwarte und erhoffe ich mir die intensive Unterstützung meines Kollegen", so der Innenminister. "Doskozil hat ja in der SPÖ großes Gewicht. Ich hoffe, dass wir da zu einer gemeinsamen Linie kommen können", sagte er.

Bisher könne die Polizei bei Kontrollen die abgelehnten Asylwerber nur zum Verlassen des Landes auffordern, habe aber keine weiteren Möglichkeiten, so Sobotka. "Daher brauche ich die Handhabe, das ist der zentrale Punkt." Verteidigungsminister Doskozil habe ihm bereits signalisiert, dass er seinen Vorschlag "vom Grundsatz her" unterstützen werde, sagte Sobotka. Einen entsprechenden Ministerratsbeschluss für die Verschärfungen erwartet sich der Minister auf jeden Fall noch im heurigen Jahr.

(APA)