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Überblick: Argumentationskraft im Netz

Welche E-Learning-Elemente die juristischen Fakultäten in Wien, Graz, Innsbruck und Salzburg ihren Studenten anbieten.

Die meisten rechtswissenschaftlichen Fakultäten forcieren Blended-Learning, also eine Kombinantion aus Präsenzlehre und E-Learing-Elementen.

Uni Wien: Christian Stadler vom Institut für Rechtsphilosophie, Religions- und Kulturrecht betont, dass besonders die Nutzung der nicht anonymisierten Foren den Studenten einen enormen Lerneffekt brächte. Außerdem stellt er „vor einem Seminar Unterlagen ins Netz, die von den Studenten erarbeitet werden müssen. Im Seminar selbst starten wir dann bereits von einem höheren Level.“ Allerdings habe E-Learning auch Grenzen: „Eine Rede vor Gericht muss man diskursiv und kompetitiv abhandeln können. Wie soll man das virtuell erlernen?“

Uni Graz: Hier werden neuerdings Videostreams von Lehrveranstaltungen ins Netz gestellt. Zusammen mit dem Justizministerium entstand außerdem die E-Learning-Plattform „Elan“, die von Studierenden befüllt wird und einen Beitrag zur Ausbildung von Rechtspraktikanten leisten soll. Elisabeth Staudegger vom Institut für Rechtsphilosophie, -soziologie und –informatik integriert Blended-Learning in ihre Lehre: „Die Vergabe von Mitarbeitspunkten in den Präsenzlehrveranstaltungen ist bei einer hohen Studentenzahl sehr schwierig. Bei mir können die Studenten im Anschluss an die Lehrveranstaltung innerhalb der nächsten 24 Stunden einen schriftlichen Test absolvieren.“

Uni Innsbruck: „Im Fach Juristische Informatik müssen die Studenten eine Onlineprüfung durchlaufen“, informiert Florian Burger vom Institut für Arbeits- und Sozialrecht. „Dabei bekommen die Studenten individualisierte Aufgaben und müssen Rechercheübungen machen. Sie sollen unter Beweis stellen, dass sie mit den neuen Medien und Datenbanken umgehen können.“ Ein Studium nur auf Basis von E-Learning kann er sich nicht vorstellen: „Die Interaktion und das Argumentieren bei Verhandlungsfällen bliebe auf der Strecke.“
Uni Salzburg: „Wir bieten Uni on demand: Den Lehrveranstaltungen können Bild-, Ton- und
Videodokumente beigestellt werden. Allerdings steht es den Lehrenden frei, in welchem Ausmaß sie Blended-Learning betreiben“, berichtet Christan Gruber von der zentralen Servicestelle für flexibles Lernen und neue Medien. Lehrveranstaltungen können mit halbstündiger Verzögerung im Internet verfolgt werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.09.2009)

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