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Ceta: Trudeau verspätet nach Belgien gestartet

Canada´s Prime Minister Trudeau listens to German Economy Minister Gabriel prior to a bilateral meeting in Montreal
Canada´s Prime Minister Trudeau listens to German Economy Minister Gabriel prior to a bilateral meeting in Montreal(c) REUTERS (CHRISTINNE MUSCHI)
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Wegen einer Panne seines Flugzeuges musste der kanadische Premierminister umkehren. Die Unterzeichnung des Handelsabkommens verzögert sich um eine Stunde. Gegner protestieren vor dem EU-Ratsgebäude.

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau ist nach Medienberichten wegen einer Panne seines Flugzeugs verspätet zur Unterzeichnung des Handelsabkommens Ceta nach Belgien gestartet. Wie die Zeitung "Toronto Star" berichtete, wurden rund 30 Minuten nach dem Start am Samstagabend "technische Probleme" an den Landeklappen bemerkt. Das Flugzeug sei deshalb nach Ottawa zurückgekehrt.

Um 13 Uhr wird Ceta unterzeichnet

Kurze Zeit später konnte Trudeaus Maschine demnach aber erneut starten - seine Teilnahme am EU-Kanada-Gipfel war also nicht Gefahr.

Die Unterzeichnung des Handelsabkommens verzögert: Statt wie ursprünglich geplant um 12.00 Uhr sollte der europäisch-kanadische Handelspakt nun um 13.00 Uhr unterschrieben werden, hieß es beim Rat in Brüssel.

Vor der Unterzeichnung haben sich Gegner des europäisch-kanadischen Handelspakts vor dem Brüsseler Ratsgebäude versammelt. Nach Angaben der Polizei protestierten etwa 250 Personen. 16 Demonstranten wurden Sonntag früh festgenommen, weil sie die Sicherheitsabsperrungen überwunden hatten. Einige warfen Farbbeutel gegen die Glasfassade des Eingangs. Journalisten wurde das Verlassen des Gebäudes zum Teil verwehrt.

Einige Demonstranten schafften es bis in das Foyer des Gebäudes. Ceta-Gegner fürchten unter anderem, das Abkommen könne zu sinkenden Umwelt- und Verbraucherschutzstandards führen. Die EU weist dies zurück.

Langer Weg zum Kompromiss

Ursprünglich sollte der Gipfel bereits am Donnerstag stattfinden, doch scheiterte er zunächst am Widerstand der belgischen Region Wallonie. In Nachverhandlungen wurde dann aber ein Kompromiss erzielt, der am Freitag von den Parlamenten der Wallonie und der Hauptstadtregion Brüssel sowie der Vertretung der französischsprachigen Gemeinschaft abgesegnet wurde.

Fast die gesamten Zölle werden abgeschafft

Die EU gab noch am selben Abend Grünes Licht, Belgien unterzeichnete als letztes EU-Mitglied am Samstag das Abkommen. Im Handel zwischen der EU und Kanada soll Ceta 99 Prozent der derzeitigen Zölle abschaffen.

Greenpeace erklärte in einer Mitteilung, das Abkommen werde den noch nötigen Ratifizierungsprozess durch nationale Parlamente und juristische Prüfungen nicht überleben. "Es ist Zeit für unsere Regierungen, die Zusammenarbeit mit Unternehmenslobbyisten zu beenden und eine Handelspolitik neu zu entwerfen, die Demokratie respektiert und das öffentliche Interesse fördert."

(APA/AFP)