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G20: "Haben Weltwirtschaft weg vom Abgrund geführt"

G20-Gipfel in Pittsburgh
(c) Reuters

Die Staats- und Regierungschefs der G20-Länder haben sich auf eine Abschlusserklärung zur schärferen Regulierung der Finanzmärkte geeinigt. Sie wollen Managerboni begrenzen. Die G20 werden eine zentrale Instanz.

Das am Freitag auf dem G20-Gipfel in Pittsburgh verabschiedete und veröffentlichte Dokument sieht vor, die G20-Gruppe zur zentralen Instanz für die internationale Wirtschaftspolitik aufzuwerten. Banken werden in der Schluss-Erklärung aufgefordert, sich besser gegen Risiken zu schützen, Managerboni sollen künftig begrenzt werden.

Ziel der Maßnahmen sei es, "die Ära der Verantwortungslosigkeit zu beenden und eine Reihe von Regelungen und Reformen umzusetzen, die den Anforderungen der Wirtschaft im 21. Jahrhundert gerecht werden", heißt es in dem Dokument.

"Weltwirtschaft weg vom Abgrund geführt"

US-Präsident Barack Obama lobte die Ergebnisse von Pittsburgh als "harte neue Maßnahmen, um eine weitere Wirtschaftskrise zu verhindern". Die Gruppe der 20 habe die Weltwirtschaft "weg vom Abgrund geführt und Millionen von Jobs gerettet", sagte er.

Die Staats- und Regierungschefs verständigten sich darauf, künftig als das wichtigste Entscheidungsgremium für Weltwirtschaftsfragen zu fungieren: Die "Gruppe der 20" solle zu einer Art "ökonomischer Regierung der Welt" werden, sagte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel. Die Grundlage der Zusammenarbeit werde eine Charta für nachhaltiges Wirtschaften bilden.

"Haben drastischen Absturz aufgehalten"

Die G20 (sie repräsentiert zwei Drittel der Weltbevölkerung, rund 85 Prozent der weltweiten Wirtschaftskraft und 80 Prozent des Welthandels) wollen als zentrale Instanz für globale Wirtschaftsprobleme regelmäßig zusammenkommen. So wird im Juni 2010 eine Konferenz der Staats- und Regierungschefs in Kanada und im November 2010 eine in Südkorea stattfinden. "Wir erwarten, uns danach jährlich zu treffen und werden uns 2011 in Frankreich treffen", heißt es in der Abschlusserklärung.

Im gemeinsamen Kampf gegen einen Zusammenbruch des Weltfinanzsystems stellten die G20 bedeutende Fortschritte fest. "Es hat funktioniert", heißt es in der Abschlusserklärung. "Unsere kraftvollen Maßnahmen haben dabei geholfen, den gefährlichen, drastischen Absturz der weltweiten Finanzaktivitäten aufzuhalten und die Finanzmärkte zu stabilisieren."

Einigung bei Bonizahlungen

Beim Thema Banker-Boni wurde vereinbart, dass jedes Land bis Jahresende eigene Regeln aufstellen soll, deren Einhaltung anschließend von einem internationalem Gremium überwacht wird. Bonuszahlungen sollen nicht für mehrere Jahre im voraus vereinbart werden und zumindest ein Teil soll vom langfristigen Erfolg einer Bank abhängen.

Auch Merkel zeigte sich mit den Ergebnissen im Bereich Finanzmarktreformen zufrieden: "Es deutet sich an, dass wir mit unserem Druck erreicht haben, dass die Regeln für die Finanzmarktarchitektur deutlich verbessert und konkretisiert wurden", sagte sie. Die Kanzlerin verwies darauf, dass auch strengere Eigenkapitalregeln für Großbanken auf den Weg gebracht wurden.

(APA/Red.)