In der Nacht kam es zu schweren Nachbeben. Viele Einwohner weigerten sich dennoch, ihre Dörfer zu verlassen.
Nach dem neuen schweren Erdbeben, das am Sonntag die mittelitalienischen Regionen Umbrien und Marken erschüttert hatte, haben tausende Menschen die Nacht in Autos oder in Notunterkünften verbracht. Trotz Appellen des Zivilschutzes, in Hotels an der Adria-Küste zu ziehen, verzichteten viele Betroffene darauf, ihre Dörfer zu verlassen. Die Gemeinden organisierten Zelte und Notunterkünfte.
400 Personen entschlossen sich, in Hotels am Trasimeno-See in Umbrien zu ziehen. Andere wurden in Hotels in Badeortschaften an der Adria untergebracht. Laut dem Zivilschutz wurden allein in den Marken 25.000 Obdachlose gezählt.
In der Nacht kam es zu schweren Nachbeben. Das stärkste Nachbeben mit einer Magnitude von 4,2 wurde um 2.27 Uhr registriert. Die Schulen bleiben am Montag in Rom geschlossen, weil die Schulgebäude Kontrollen unterzogen werden müssen. Der Ministerrat tagt am Montag, um Soforthilfe für das Erdbebengebiet locker zu machen. "Wir werden niemanden allein lassen und alles wieder aufbauen", versprach Premier Matteo Renzi am Sonntag.
Mittelitalien kommt nicht zur Ruhe. Ein neues Erdbeben der Magnitude 6,5 hat heute früh erneut Panik in den mittelitalienischen Regionen Umbrien und Marken ausgelöst. Das Epizentrum lag in einer Tiefe von zehn Kilometern zwischen dem umbrischen Norcia, der Heimat des Heiligen Benedikt, und der Ortschaft Preci. (c) APA/AFP/HO (HO)
Die Basilika des Heiligen Benedikt und die Kathedrale von Santa Maria Argentea in Norcia stürzten ein. Lediglich Teile der Fassaden blieben erhalten. (c) APA/AFP/HO (HO)
Die Behörden in der umbrischen Kleinstadt klagen über riesige Schäden. "Es ist, als wäre es zu einem Bombenangriff gekommen", berichteten die Behörden. Neun Verletzte wurden in Norcia gemeldet. (c) APA/AFP/HO (HO)
Die 5000-Einwohner-Gemeinde Norcia, die im Herzen Umbriens nahe den Sybillinischen Bergen liegt, war bereits 1979 von einem Erdbeben betroffen, bei dem fünf Personen ums Leben kamen und 2000 Menschen obdachlos wurden. Langwierige Restaurationsarbeiten seien durch die Erdstöße innerhalb von Sekunden vernichtet worden, berichteten die Behörden. Unzählige Gebäude, die bereits bei den Erdbeben am Mittwochabend schwer beschädigt worden waren, stürzten ein. (c) APA/AFP/HO (HO)
Nach dem schweren Erdbeben mit der Magnitude 6,5 um 7.41 Uhr gab es laut dem nationalen Institut für Geologie und Vulkanologie zwei weitere Erdstöße mit Magnituden von 4,6 und 4,1. (c) APA/AFP/HO (HO)
Das Erdbeben, das unter den Obdachlosen im Erdbebengebiet für Panik sorgte, war von Bozen bis Neapel zu spüren - und auch im Süden Österreichs. (c) APA/AFP/HO (HO)
Das Krankenhaus der umbrischen Stadt Cascia musste evakuiert werden. (c) REUTERS (STRINGER)
''Schäden wie bei Bombenangriff'' in Kleinstadt Norcia
Der Erdstoß hatte die Stärke 4,4 und ereignete sich nur zehn Kilometer von Amatrice entfernt. In der Region starben bei einem Beben Ende August rund 300 Menschen.
Ein neuerliches Beben sorgt für Angst unter der Bevölkerung - zahlreiche Menschen verbrachten die Nacht in Zelten, Notunterkünften oder im Auto. Seit Sonntag wurden in Mittelitalien 1100 Nachbeben registriert.
Die italienische Regierung stockt den Hilfsbetrag für die Erdbebenopfer auf 130 Millionen auf. Die Menschen in den betroffenen Städten wollen ihre Dörfer nicht verlassen.
Mindestens 25.000 Menschen sind derzeit obdachlos, 70 Gemeinden wurden zerstört. Italiens Premier will rasch Hilfe leisten, die EU lockert die Stabilitäskriterien.
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