Wer im Derivativgeschäft Verluste vermeiden will, braucht einen guten Plan.
Wer Optionen nicht nur verwendet, um sein Depot zu „hedgen“ (also beispielsweise Aktien, die man aus steuerlichen Gründen noch nicht verkaufen will, mittels „Puts“ gegen Kursverluste abzusichern), sollte sich intensiv mit den in der einschlägigen Literatur umfassend beschriebenen Strategien beschäftigen. Denn bei Optionen droht wie gesagt sehr schnell ein Totalverlust.
Die einfachste Optionsstrategie ist der „ungedeckte“ Kauf einer Call- oder Put-Option, aber auch der gefährlichste: Ein Großteil der „Market-Timer“, die einfach aufgrund von Markterwartungen ungedeckte Derivativpositionen eingehen, macht damit Verluste.
Allerdings gibt es auch eine Reihe von Strategien, mit der man sein Verlustpotenzial zumindest eingrenzen kann. Der Preis dafür: Solche Strategien basieren fast immer auf Gegenpositionen, man spekuliert also gleichzeitig auf Kursverfall und Kurssteigerung. Das knabbert – egal in welche Richtung es geht – natürlich am Gewinn.
Alle diese Strategien machen sich eine angenehme Eigenheit der Optionen zunutze: das asymmetrische Risiko. Weil keine Nachschusspflicht besteht, ist das Verlustrisiko bei Optionen ja mit 100Prozent des eingesetzten Kapitals limitiert. Der Gewinn ist dagegen theoretisch unbegrenzt. Gegenpositionen (siehe neben stehende Beschreibung des „Straddle“) kommen also jedenfalls ins Gewinnen, sobald der Gewinn einer der beiden Positionen 100Prozent übersteigt. Und das kann bei Derivaten mit hohem Hebel sehr schnell der Fall sein. Allerdings: Auf wenigen Zeilen lassen sich komplizierte Strategien nicht ausreichend darstellen. Weshalb Fachliteratur dringend empfohlen wird.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.09.2009)