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Samsungs Debakel belastet Südkorea

An advertisement of Samsung Galaxy Note 7 is seen at a mobile phone shop in Hanoi
REUTERS
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Die Exporte Südkoreas sind um 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,2 Prozent gesunken. Im September lag das Minus sogar bei 5,9 Prozent.

Die Rückrufaktion des Galaxy Note 7 von Samsung hat weitreichende Konsequenzen. Das wegen brennenden Akkus gestoppte Smartphone drückt Südkoreas Exporte. Die Ausfuhren fielen im Oktober um 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie die Regierung am Dienstag in Seoul bekanntgab. Im September hatte es sogar ein Minus von 5,9 Prozent gegeben. Wegen der Samsung-Krise brachen die Ausfuhren von Handys im vergangenen Monat um 28,1 Prozent ein und damit so kräftig wie seit mehr als vier Jahren nicht mehr. Der Elektronikriese stellte die Fertigung seines Smartphone-Flaggschiffs Galaxy Note 7 ein, nachdem sich mehrere Geräte entzündet hatten oder explodiert waren. 

Belastet wurden die Exporte außerdem vom Streik beim größten Autohersteller des Landes, Hyundai. Dadurch schrumpften die Autolieferungen ins Ausland um mehr als elf Prozent. Teilweise wettgemacht wurde dies durch die steigende Nachfrage nach Halbleitern und anderen elektronischen Produkten. "Dank guter Ergebnisse wichtiger Exportprodukte wie Bildschirme, petrochemische Erzeugnisse und Computer dürften sich die Ausfuhrgeschäfte bis Jahresende verbessern", sagte Handelsminister Chae Hee-bong.

Dazu will auch Apple-Rivale Samsung beitragen. "Wir haben schon viele Krisen überwunden", schrieb Konzernchef Kwon Oh-hyun an seine Mitarbeiter. "Lasst uns die Krise als Chance nutzen." Weil das Unternehmen das Galaxy Note 7 vom Markt nahm, fiel der operative Gewinn im dritten Quartal um 30 Prozent auf umgerechnet rund 3,8 Milliarden Euro. In der Handy-Sparte schrumpfte das Ergebnis um 96 Prozent auf 75 Millionen Euro.

 

 

(Reuters)