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OMV startet neuerlichen Vorstoß bei Nord Stream 2-Projekt

OMV-Boss Rainer Seele will weiter bei Nord Stream 2 "zugreifen".
OMV-Boss Rainer Seele will weiter bei Nord Stream 2 "zugreifen".(c) REUTERS/HEINZ-PETER BADER
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Nach dem OMV-Rückzug aus dem Projekt im Sommer verhandelt CEO Rainer Seele eine OMV-Beteiligung an dem Ostsee-Pipelineprojekt.

Das Projekt Nord Stream 2 zum Bau einer weiteren Leitung der Ostsee-Pipeline, durch die russisches Gas nach Europa fließen soll, ist für OMV-Chef Rainer Seele noch "überhaupt nicht gegessen". Wie sich die OMV auch nach dem vorläufigen Rückzug im Sommer dabei einbringen könne, "das ist auch Verhandlung gewesen bei den Gesprächen, die ich gestern in Moskau geführt habe", sagte Seele am Donnerstag.

"Ich habe ein großes Interesse daran, bei diesem Projekt mitzumachen", sagte Seele im Klub der Wirtschaftspublizisten in Wien. "Denn diese Pipeline ist für uns als OMV von großer strategischer Bedeutung." Im Sommer hatten die OMV und vier weitere westliche Konzerne ihren Antrag bei der polnischen Wettbewerbsbehörde zur Beteiligung an der Nord-Stream-2-Gesellschaft wegen des Widerstands Polens zurückgezogen. Aber alles, was durch den Widerstand erreicht worden sei, "ist, dass diese Pipeline zu hundert Prozent von Gazprom gebaut wird".

Wie sich die OMV bei dem Projekt noch einbringen könnte, sei noch nicht klar. "Theoretisch vorstellen können wir uns vieles", so Seele, "es dauert nicht mehr lange, bis ich Ihnen den Weg aufzeigen werde".

OMV bleibt Borealis treu

Teil der Strategie von OMV-Chef Seele ist auch eine Ausrichtung zu höherer Wertschöpfung. "Wir wollen, dass unser Öl weniger verbrannt als veredelt wird", sagte Seele am Donnerstag im Klub der Wirtschaftspublizisten in Wien. Ein Verkauf der Beteiligung am Chemiekonzern Borealis, an dem die OMV 36 Prozent hält, wäre daher "das Allerletzte, worüber ich nachdenken würde, absoluter Schwachsinn".

Durch die Borealis-Beteiligung sei die OMV auch ein starker Player in der Petrochemie, sagte Seele. Das sei für die OMV ein stabilisierender Faktor, daher wolle man die Wachstumsgeschichte der Borealis gemeinsam mit dem Partner IPIC weiter vorantreiben. "Wir sind sehr offen dafür, auch über Investitionen in das Borealis-Geschäft gerade die Chemie-Komponente der OMV weiterhin in die Zukunft zu führen."

Seele sprach auch neuerlich ein Bekenntnis zum Technologie-Standort Österreich aus. "Wir klagen nicht über die Rahmenbedingungen", sagte Seele. "Alles, was wir an technologischer Kompetenz im OMV-Gruppenportfolio haben und entwickeln, entwickeln wir hier in Österreich." Ihre Investitionen in den Upstream-Bereich in Österreich will die OMV um 40 Prozent erhöhen. Für die Bohrungen im Weinviertel sollen in den nächsten drei Jahren jeweils um die 80 Mio. Euro ausgegeben werden. Es gehe dabei nicht nur um den Produktionsbeitrag. "Wir brauchen diese Felder, um letztendlich Technologien zu entwickeln", daher dürfe man in Österreich nicht nur auf die Produktionskosten schauen.

Seele will Produktionskosten drücken

Derzeit stamme ein Zehntel des in Schwechat verarbeiteten Öls aus Österreich, dieser Anteil werde aber in den nächsten zehn Jahren abnehmen, "weil einfach die Reserven nicht mehr hier sind. Wenn hier mehr wäre, würde ich hier mehr rumbohren."

Ihre durchschnittlichen Produktionskosten hat die OMV zuletzt um rund vier Dollar auf 11,7 Dollar pro Fass gesenkt, der Durchschnitt der Mitbewerber liege um die 10 Dollar. "Ich möchte gerne nicht nur Durchschnitt sein, sondern führend bei der Kostenposition, das heißt, ich muss unter 10 Dollar pro Barrel kommen."

Was den geplanten Asset-Tausch mit der russischen Gazprom angeht, sei nicht gedacht, den Russen das Türkei-Geschäft der OMV anzubieten. "Wir haben den Tausch sauber definiert, dieses Fass mache ich nicht neu auf." Man wolle mit der Gazprom sowohl in Russland als auch in Europa zusammenarbeiten.

(APA)