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Madrid: Frische Kunst, moderne Burger

Kunstmesse Estampa (2016) im Matadero
Kunstmesse Estampa (2016) im MataderoImago
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Der Kosmopolit und Vielreisende Robert Fishman hat sich diesmal in Madrid umgetan – und sich umgehend in die Stadt verschaut.

Stadtentdeckung. Madrid ist zu groß, um die Stadt in wenigen Tagen zu erfassen. Wer kein Spanisch spricht, ist bei den deutschsprachigen Anbietern von Führungen und Stadterkundungen gut aufgehoben. Einige habe ich ausprobiert und kann sie empfehlen: Bellavista Madrid, Thomas Büser, bellavista-madrid.com, +34/610 642 579 (Handy). Madrid auf Deutsch, Javier Sardon Alhambra: Stadtführungen, Tapas-Touren, Kochkurse, Musik-Workshops und mehr, madridaufdeutsch.net, +34/648 665 288 und madridtravelsolutions.com

01. Velo. An zahlreichen Stationen verleiht die Stadt Pedelecs. Leider werden die Räder oft geklaut und viele sind häufig kaputt. Dennoch ein tolles Angebot: bicimad.com Inzwischen gibt es auch einige Fahrradvermieter, etwa Trixi Bikes, die auch geführte Radtouren anbieten, Calle de los Jardines 12, trixi.com

02. Flohmarkt. El Rastro: einer der größten Flohmärkte Europas, jeden Sonntag bis zum frühen Nachmittag zwischen Embajadores, Plaza de Cascorro und Mercado de la Ribera, Online-Flohmarkt: rastrobuscador.com Märkte: Jedes Viertel hat seine eigene Markthalle mit Lebensmittelständen, Cafés und kleinen Restaurants (esmadrid.com).

Preisgünstig, sehr entspannt, wenig touristisch mit einigen Bio- und Veganständen, viele junge Leute: Mercado San Fernando, Plaza Lavapiés/Calle Embajadores, (mercadodesanfernando.es). Chic und relativ teuer, in einem gut 100 Jahre alten Gebäude aus Glas und Eisen im touristischen Zentrum der Stadt: Mercado San Miguel, Plaza de San Miguel (mercadodesanmiguel.es). Einfach, lokal und bodenständig mit erschwinglichen Preisen: Mercado de la Cebada in La Latina, Plaza de la Cebada, (mercadodelacebada.com). Traditionelle Stadtteilmarkhalle, in der auch Köche einkaufen, im 1. Stock gibt es einen schlichten, offenen Aufenthaltsraum mit freiem WLAN, Mercado de Anton Martín, Calle de Santa Isabel 5, (mercoantonmartin.com).

03. CentroCentro im Palacio Cibeles. Das monumentale ehemalige Hauptpostamt (ein lichter, schlossartiger Bau aus Stein, Stahl und Glas mit vielen Stuckverzierungen ex 1919) beherbergt auf mehr als 12.000 Quadratmetern ein Kulturzentrum mit Ausstellungsflächen, Bibliothek und Veranstaltungsräumen. Die hervorragenden Ausstellungen sind längst nicht so überfüllt wie die der großen Museen. Die Karten für die Aussichtsterrasse im 6. Stock mit ihrem Ausblick über die ganze Madrider Innenstadt muss man draußen am Schalter rechts neben dem Haupteingang vorab kaufen. Plaza de Cibeles 1 an der Plaza Colón, centrocentro.org

04. Circulo de Bellas Artes de Madrid. Kulturzentrum mit Ausstellungen, Lesungen, Konzerten und mehr in einem Prachtbau der vorletzten Jahrhundertwende. Die Aussichtsterrasse mit ihrem loungigen Café-Restaurant bietet einen der schönsten Blicke über die Stadt. Calle Alcalá 42, circulobellasartes.com 

05. Matadero. Zum Zentrum für zeitgenössische Kunst umgebauter ehemaliger Schlachthof mit Ausstellungen, Kino, Bars, Restaurant, Konzerten, Lesungen, Festivals und Ateliers für Gastkünstler, eines der größten Kulturzentren Spaniens. Plaza de Legazpi 8, mataderomadrid.org

06. La Casa Encendida. Umweltschutz, Verbesserung der Lebensbedingungen vor allem für sozial Benachteiligte, Förderung junger Kunst und des sozialen Zusammenhalts hat sich „das entflammte Haus“ auf seine Fahnen geschrieben. Geboten werden Ausstellungen, Konzerte, Workshops, Seminare, ein eigenes Radio- und Multimedia-Studio, Fotolabor, ein Kino, ein „solidarischer Laden“ mit Produkten aus fairem Handel und mehr. Ronda de Valencia 2, lacasaencendida.es

07. Café Gijón. Um die Feinheiten des Lebens zu besprechen, treffen sich Literaten und Philosophen zum Beispiel in diesen mit Geschichte und Geschichten vollgesogenen Räumen. „Herberge der Kultur“ nennt sich das 1888 gegründete und seitdem kaum veränderte Literatur-Café Gijón, Paseo de Recoletos 21 cafegijon.com

08. Ocsi Café el Mar. „Wir sind kein Frisiersalon, sondern ein soziales Café“ verkündet ein Schild – über dem Eingang steht noch Salon de Peluquería an der bunt gekachelten Fassade. Drinnen gibt es Konzerte, Lesungen und kleine Leckereien, das meiste aus Biozutaten und fairem Handel. Calle Embajadores 31, Lavapiés, ocsi.org.es

09. Gegenüber, im Atelier Café de la Llana, serviert Enrique Kaffee, Kuchen und andere Leckereien zu Poesie, Literatur und Kunst. Man sitzt auf alten Stühlen zwischen frischen Gemälden und Plastiken. Abends treffen sich hier oft Künstlergruppen, Calle Embajadores 26, ateliercafedelallana.blogspot.de

10. Borodin. Alternativ und anarchistisch angehauchte Musikkneipe mit leckeren, selbst fabrizierten Hamburgern für 4,50 Euro und verschiedenen Biersorten vom Fass, abends spielen oft Musiker spontane Sessions. Rondo de Valencia 14, facebook.com/BarBorodin

11. La Fugitiva. Buchladencafé mit freiem WLAN zum Schmökern und Entspannen bei Kaffee oder Tee und Kuchen bei der Markthalle Anton Martín,. Calle de Santa Isabel 7, lafugitiva.es

12. Flamenco. Auch wenn der feurige, rasante Tanz aus Andalusien stammt, gilt Madrid als die Flamenco-Metropole schlechthin. Einwanderer aus dem Süden haben ihn in die Hauptstadt gebracht. Die bekannte Off-Flamenco-Bühne Peña Flamenca El Duende gastiert häufig im Restaurant San Telmo. Calle Lago Titicaca 10, kanalduendedemadrid.blogspot.com.es

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.11.2016)