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Wladimir Putin will „seinen“ Wodka zurück

Russian President Putin
(c) REUTERS (POOL)
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Ein Berufungsgericht in den Niederlanden urteilt dieser Tage über die Markenrechte an Stolichnaya.

Den Haag. Russlands Präsident, Wladimir Putin, will „seinen“ Wodka zurück, genauer: die Markenrechte am berühmten hochgeistigen Wässerchen Stolichnaya. Die momentan in Privatbesitz befindliche Marke soll wieder in Staatsbesitz kommen und der Regierung tüchtig Geld in die Kasse spülen.

Moskau hatte deswegen schon in vielen Ländern die Markenrechte gefordert, in den meisten Fällen vergeblich. Ein Gericht in Rotterdam aber urteilte 2015 in erster Instanz zugunsten des Kreml, worauf der jetzige Eigentümer, der russische „Wodkakönig“ Juri Shefler, in Berufung ging und ein höheres Gericht dieser Tage entscheiden soll.

Shefler (49) hatte das Wodkaunternehmen 1997 mehrheitlich erworben, mit Stolichnaya ein weltweites Imperium namens Spirits International gebaut und wurde Milliardär. „Stoli“ ist in mindestens 150 Ländern zu kaufen und ein Schnapsschlager, jährlich werden rund 30 Millionen Flaschen verkauft.

Richtigstellung

In einer früheren Version dieses Artikels wurde hier berichtet, dass Juri Shefler das Unternehmen 1990 erworben habe. Jedoch begann das Engagement von Herrn Schefler tatsächlich erst im Jahre 1996, als er Mitglied des "supervisory boards" wurde – bevor er dann 1997 eine Mehrheit der Anteile an Spirits International erwarb. Hingegen bestand im Jahr 1990 definitiv keinerlei Verbindung zwischen Herrn Shefler und Spirits International.

Sollte die russische Regierung obsiegen, wäre ein Präzedenzfall geschaffen. Putin könnte unter Berufung auf das holländische Urteil eine neue Klagewelle gegen Spirits International beginnen. Moskau behauptet, Shefler habe die Marke und die Destillerien seinerzeit widerrechtlich erworben, weil damals geltende Gesetze gebrochen worden seien.

 

Ausdehnung des Staatsbesitzes

Und nicht genug: Putin könnte auch auf die Idee kommen, die Gewinne, die Shefler seit 1990 gemacht hat, zurückzufordern. So wie die Öl- und Gasindustrie will der Präsident also auch einen der weiteren wenigen Zweige, in denen Russlands Wirtschaft floriert, unter Staatskontrolle bekommen. Juri Shefler wäre dann ruiniert. (htz)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.11.2016)