Der Investor Jeffry Picower habe vom Schneeball-System von Bernard Madoff profitiert und soll daher 7,2 Milliarden Dollar an die geschädigten Anleger zurückzahlen. Madoff-Investoren sollen gesamt 15 Milliarden zahlen.
Im Betrugsfall Madoff steigen die Forderungen gegen einen Investor, der von dem Schneeballsystem profitiert haben soll. Die aktuelle Forderung gegen den Investor Jeffry Picower habe sich gegenüber der ersten Forderungsanmeldung im Mai um zwei Milliarden auf nun 7,2 Milliarden Dollar (4,95 Milliarden Euro) erhöht, sagte der mit der Abwicklung der Madoff-Gesellschaft beauftragte Treuhänder Irving Picard am Mittwoch vor dem zuständigen Gericht laut "Wall Street Journal" (WSJ).
Dieses Geld müsse Picower zurückgegeben, da es anderen Investoren gehöre. Ein Picower-Anwalt sagte der Zeitung, Picard stelle weiterhin unwahre und ungeheuerliche Forderung auf. Sein Mandant habe von dem Betrug nichts gewusst und sei von Madoff getäuscht worden.
Der Treuhänder kündigte ferner an, die bisher identifizierten Vermögenswerte der im Madoff-Unternehmen beschäftigten Familienmitglieder von rund 198 Millionen Dollar sicherzustellen. Die bisher kalkulierten Verluste aller geschädigten Investoren bezifferte Picard auf rund 18 Milliarden Dollar. Von den Madoff-Investoren, die mit dem System Gewinne erzielt hatten, fordert der Treuhänder insgesamt 15 Milliarden Dollar zurück.
Madoffs zwei Söhne, sein Bruder sowie seine Nichte waren in dessen Firma im New Yorker Stadtteil Manhattan beschäftigt, wollen aber nichts gewusst haben. Im größten Betrugsfall der Finanzgeschichte war Madoff Ende Juni in New York zur Höchststrafe von 150 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Ex-Broker hatte über Jahrzehnte hinweg mit einem 65 Mrd. Dollar schweren Schneeball-System weltweit Tausende Anleger geprellt.
(Ag. )