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Porträt

Der Marsch eines 68ers an die Staatsspitze

Der Marsch eines 68ers an die Staatsspitze
Van der Bellen(c) APA/PRIVAT (UNBEKANNT)
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Am Wahlsonntag, als sein Sieg feststand, zog Alexander Van der Bellen zu "We are the Champions" in die Wiener Sophiensäle, dem Ort der Wahlparty, ein. Danach erklang "I am from Austria". Und ein Kinderchor sang die Bundeshymne. Der Alexander Van der Bellen des Jahres 1968 hätte das wahrscheinlich nicht für möglich gehalten. Weder dass er Bundespräsident würde noch die Liedauswahl. 

Alexander Van der Bellen war im langen Wahlkampf noch zusehends verbürgerlicht. Trankenjanker, Volksfeste, Almwanderungen. Zwei Wochen vor der Stichwahl am 4. Dezember war ihm in der Albertina-Passage ein „Abend für Alexander Van der Bellen“ ausgerichtet worden. Der Unternehmer Hans-Peter Haselsteiner war da, Ex-Raiffeisen-Chef Christian Konrad, die frühere ÖVP-Ministerin Maria Rauch-Kallat, Georg Kapsch, der Präsident der Industriellenvereinigung. Das Publikum: schick, liberal, mehrheitlich bürgerlich, aber auch mit Vertretern der Wiener Sozialdemokratie durchsetzt. Ja, man sei Elite, und das sei auch nichts Schlechtes, meinte ein Redner. Viele nickten zustimmend.