"Großbritannien ist der Investment-Banker Europas"

Der britische Notenbankchef Mark Carney bricht ene Lanze für den Finanzplatz London.
Der britische Notenbankchef Mark Carney bricht ene Lanze für den Finanzplatz London.(c) APA/AFP/JUSTIN TALLIS
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Der britische Notenbankchef Mark Carney hat vor einem Bruch der Finanzbeziehungen zwischen der EU und Großbritannien nach einem Brexit gewarnt.

"Es ist wichtig anzuerkennen, dass Großbritannien im Grunde der Investmentbanker Europas ist", sagte er am Mittwoch in London und verwies unter anderem auf die dominante Rolle Londons im Aktien- und Anleihenmarkt. "Es ist im größten Interesse der Europäischen Union, dass es einen reibungslosen Übergang geben wird und der Zugang zu diesen Dienstleistungen weiter gewahrt bleibt", erklärte Carney.

Ob die Briten weiter Zugang zum europäischen Binnenmarkt bekommen, muss in den Verhandlungen mit der EU geklärt werden. Für das Londoner Finanzzentrum ist vor allem der sogenannte EU-Pass wichtig, der den Banken ungehinderten Zugang zu den Kapitalmärkten der Gemeinschaft ermöglicht. Frankfurt hofft, vom Abzug großer Banken aus Großbritannien zu profitieren.

BoE-Vizechef Jon Cunliffe und viele hochrangige Finanzmanager sind jedoch der Ansicht, dass kein EU-Finanzstandort die Rolle Londons übernehmen wird. Für Frankfurt sei deshalb auch in Zukunft eine enge Verbindung zu London wichtig, argumentiert unter anderem Deutsche-Börse -Chef Carsten Kengeter. Er treibt deshalb die Fusion von Deutschlands größtem Börsenbetreiber mit der London Stock Exchange (LSE) voran.

Im Juni hatten die Briten mehrheitlich für einen Brexit gestimmt. Regierungschefin Theresa May hat angekündigt, bis Ende März 2017 den Austritt aus der Europäischen Union nach Artikel 50 des EU-Vertrages von Lissabon zu beantragen. Danach beginnt der zweijährige Austrittsprozess.

(Reuters)

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