Absolventen von Bakkalaureatsstudien sollen finanziell mit Akademikern gleichgestellt werden.
WIEN.Der Bachelor setzt sich auf dem Arbeitsmarkt nur zögerlich durch. Das zeigt auch der Umstand, dass der Staat ihn erst jetzt voll ins Beamtendienstrecht integriert. Mit einer in der Vorwoche von Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) zur Begutachtung verschickten Novelle, die Anfang 2010 in Kraft treten soll („Die Presse“ hat berichtet), werden Bachelorabsolventen die Möglichkeit bekommen, als Beamte zu den gleichen Bedingungen wie herkömmliche Akademiker beschäftigt zu werden: mit der gleichen Entlohnung (statt bisher bloß einer Verwendungszulage in Höhe von 50 Prozent) und mit dem gleichen Amtstitel (z. B. Oberrat).
Für Berufseinsteiger ist diese Neuerung allerdings praktisch bedeutungslos, gilt doch im öffentlichen Dienst ein Pragmatisierungsstopp (Ausnahmen: Richter und Staatsanwälte, Polizei, Militär). Und bei Vertragsbediensteten gilt nicht jenes strenge „Vorbildungsprinzip“, das die finanzielle Einstufung von Bediensteten strikt mit deren Ausbildung koppelt. Als Vertragsbediensteter kann ein Bachelor also schon jetzt genauso viel verdienen wie ein Magister.
Derzeit beschränkt sich die Auswirkung auf Beamte, die im zweiten Bildungsweg ein Bakkalaureat erwerben, etwa an der Fachhochschule für Public Management.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.10.2009)