Pkw-Diebstahl: Trend zu billigeren Autos

Symbolbild Autodiebstahl
Symbolbild Autodiebstahl(c) APA/TECHT/FOHRINGER (TECHT/FOHRINGER)
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Seit 2008 bewegt sich die Zahl der Autodiebstähle wieder in die Höhe. Kriminelle haben es verstärkt auf niedrigpreisige oder nicht mehr ganz neuwertige Autos abgesehen.

Nach mehreren Jahren, in denen die Zahlen der Kfz-Diebstähle zurückgegangen sind, bewegen sie sich seit 2008 wieder in die Höhe. Seit Jahresbginn wurden in Österreich 4018 Pkw und Kombis gestohlen, im gesamten Jahr 2008 waren es 4651. Negative Spitze war der März 2009, wo in Österreich 499 Pkw und Kombis gestohlen wurden - davon alleine 307 in Wien.

Maßnahmen wie der Einsatz der Sonderkommission Ost (Soko Ost) oder der Kfz-Sonderermittlungsgruppe im Burgenland haben dazu geführt, dass sich seit der zweiten Jahreshälfte 2009 "die Kurve wieder runter bewegt". Erklärtes Ziel war, zumindest wieder unter das Niveau des Vorjahres zukommen. "Und dort bewegen wir uns derzeit", sagte Franz Lang, Direktor des Bundeskriminalamts (BK), der APA.

Schwerpunkt auf Wien

In der zweiten Jahreshälfte 2008 "gab es einen ziemlichen Hype", sagte Lang. Im März 2009 hat man festgestellt, "dass sich das Ganze negativ entwickelt". Im April wurden erstmals verstärkt Maßnahmen gesetzt und Schwerpunktaktionen gestartet, "weil die Gefahr bestand, dass es so weitergeht", sagte Lang. Fast jedes zweite in Österreich gestohlene Auto wird in der Bundeshauptstadt entwendet, jedes fünfte in Niederösterreich. Daher war auch der Schwerpunkt der Maßnahmen auf Wien konzentriert.

Eine interessante Entwicklung sei, dass Kriminelle stärker auf niedrigpreisige Fahrzeuge oder "nicht mehr ganz neuwertige Autos gehen", erklärte Lang. Mögliche Erklärungen dafür sind, dass neue Autos besser gesichert sind, die Kontrolldichte der Polizei hauptsächlich bei neuen Fahrzeugen erhöht wurde, aber auch der Ersatzteilbedarf für ältere Kfz gestiegen ist. Ein ähnliches Phänomen beobachtet man im Übrigen auch in Deutschland: Der Diebstahl von hochpreisigen Autos ist zwar auch angestiegen, "aber nicht so stark wie bei niedrigpreisigen", sagte Reinhardt Toralf, Pressesprecher des Landeskriminalamt Brandenburg.

Airbags als Ersatzteile

Sowohl in Deutschland als auch in Österreich verzeichnet man beim Einbruch in Fahrzeuge eine Zunahme beim Diebstahl von Airbags. Hierzulande ist dieser Trend seit etwa drei Monaten feststellbar. Bevorzugte Marken der Täter sind VW und Toyota. Aber auch Navigationsgeräte, die für den Markt im Nahen Osten interessant sind, stehen ganz oben auf der Liste. Beim Kfz-Einbruch, wo es um Beschaffung von Ersatzteilen geht, zeigte sich zuletzt - bei Tätern, die in Österreich aufgegriffen wurden - dass 60 Prozent von ihnen aus der Slowakei operierten.

(APA/Red.)

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