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China: Mit Elektroautos an die Weltspitze

Der BYD F3Dm
(c) AP (Paul Sancya)
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Mit Hybridautos und wiederaufladbaren Elektrofahrzeugen will der chinesische Hersteller BYD bis zum Jahr 2025 Konzerne wie Toyota und GM überholen.

Der erste Versuch chinesischer Autohersteller, in Europa Fuß zu fassen, wurde gehörig an die Wand gefahren. Der Crashtest des Billigautos Brilliance war vernichtend, er schien alle Vorurteile zu bestätigen: ein rollendes Sicherheitsrisiko. Für Wang Chuanfu ist das kein Hindernis. Der 43-Jährige ist Gründer und Chef des Automobilherstellers Build Your Dreams (BYD). Sein Fahrplan ist ehrgeizig: Bis 2015 soll BYD der größte Autokonzern Chinas werden, 2025 gar der größte der Welt.

Wang selbst steht bereits ganz oben - und zwar auf der Liste der reichsten Chinesen. Sein Vermögen wird auf umgerechnet gut fünf Milliarden Dollar geschätzt. Dieses hat er in knapp 14 Jahren angehäuft. Reich geworden ist er mit der Herstellung von Lithium-Ionen Batterien. BYD hält einen Marktanteil von 30 Prozent. Unterstützung erhält Wang von Warren Buffett. Der US-Milliardär hat im September vergangenen Jahres über sein Unternehmen MidAmerican zehn Prozent an BYD für rund 160 Millionen Euro gekauft. 

Neun Millionen Autos pro Jahr

Mit Hybridautos und wiederaufladbaren Elektrofahrzeugen will BYD seine ambitionierten Pläne realisieren. Bis 2025 will das Unternehmen neun Millionen dieser Wagen verkaufen und damit Großkonzerne wie General Motors und Toyota überholen. Bereits seit einigen Monaten ist in China das Hybridauto F3DM am Markt. Im rein elektrischen Betrieb soll er laut Hersteller rund 100 Kilometer weit kommen. Kostenpunkt: 150.000 Yuan (mehr als 16.000 Euro). Für den chinesischen Markt ist der F3Dm zwar noch zu teuer, für BYD ist es aber bloß ein erster Testlauf des Hybridautos. Wang schaut natürlich auch auf den Massenmarkt. Der BYD F3 ist das derzeit meistverkaufte Auto in China.

"Bei der Elektromobilität geht das Rennen jetzt erst los", meinte Wolfgang Bernhart, Partner im Kompetenzzentrum Automotive bei Roland Berger Strategy Consultants. Die chinesischen Hersteller hätten die Chance, die traditionellen Technologien zu überspringen und sich an die Spitze bei der Produktion von umweltfreundlichen Fahrzeugen zu setzen, schätzt Autoexperte Duan Chengwu der internationalen Beratungsfirma Global Insight. 2010 soll das Ausbauprogramm von BYD weitergehen. Für nächstes Jahr ist die Markteinführung des Elektroautos in den USA geplant.

Unterstützung erhält Wang auch von der chinesischen Regierung. Der Kauf eines Elektroautos wird mit immerhin umgerechnet 6500 Euro gefördert. Bei der Batterietechnik arbeitet BYD unter anderem bereits mit Volkswagen zusammen. "Niemand sollte China unterschätzen - schon gar nicht in der aktuellen Krise", meinte Oliver-Wyman-Autoexperte Christian Kleinhans.

(Ag.)