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Maria Vassilakou: „Wien hat wie eine Metropole gewählt“

Grün-Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou.
Grün-Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou.(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Für die Strategie der Wiener Grünen lasse sich aus der Wahl nichts ableiten, sagt die grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou.

Die Presse: In allen Wiener Bezirken liegt Van der Bellen vorn. War das für Sie auch ein grüner Sieg?

Maria Vassilakou: Nein, das war kein Sieg der Grünen, das wäre vermessen. Natürlich sind alle Grünen gelaufen. Aber es war ein Sieg einer überparteilichen Bewegung.


Lässt sich aus dem Wiener Ergebnis überhaupt etwas für die Wiener Grünen ableiten? Ein größeres Potenzial?

Das glaube ich nicht. Aber das Ergebnis hat etwas gezeigt: Die Wahl wurde entlang von grundsätzlichen Fragen entschieden. Und es ist eine Freude, dass Wien wie eine Metropole gewählt hat: Wenn politische Fragen auf das Wesentliche reduziert werden, gibt es in Wien eine Zweidrittelmehrheit für Respekt und Weltoffenheit. Das ist gut zu wissen.


Es war auch eine Persönlichkeitswahl: Ist es ein Problem, dass die Grünen nur einen Van der Bellen haben?

Es gibt in der Politik generell nicht so viele derartige Persönlichkeiten. Aber noch einmal: Es ging mehr darum, wofür Van der Bellen und Hofer stehen. Hofer steht für Hetze, die Beschädigung Österreichs.


Die Grünen haben sich fast ein Jahr lang mit Äußerungen sehr zurückgehalten. Hat sich das ausgezahlt?

Ich bin immer wieder mit diesem Spin konfrontiert, aber er stimmt nicht. Die Parkraumbewirtschaftung in Favoriten steht an, wir haben die Herrengasse saniert etc. Es ist eher so, dass es in Wien zu einer Normalisierung gekommen ist. Die Wiener Grünen sind auch in den Augen der Öffentlichkeit in der Regierung angekommen Nicht alles, was wir tun, sorgt für Riesenaufregung. Der Wahlkampf hat die Aufmerksamkeit auf wichtigere Dinge als die Richtung einer Einbahn gelenkt.


Aber heikle Entscheidungen wie die über den Heumarkt wurden auf die Zeit nach der Wahl verschoben.

Es wurde eine Nachdenkpause eingelegt, weil der Fachbeirat eine äußerst kritische Stellungnahme abgegeben hat.


Kommt die Entscheidung noch heuer?

Kann ich noch nicht sagen. Demnächst. uw

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.12.2016)