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Gabriel warnt vor Hetze gegen Flüchtlinge

Ein junger afghanischer Flüchtling soll eine 19-jährige Medizinstudentin in Freiburg ermordet haben.

Freiburg. „So bitter es ist: Solche abscheulichen Morde gab es schon, bevor der erste Flüchtling aus Afghanistan oder Syrien zu uns gekommen ist“: Der deutsche Vizekanzler Sigmar Gabriel warnt vor Hetze und pauschalen Verurteilungen von Flüchtlingen: Man werde keine Volksverhetzung zulassen. Anlass ist die Festnahme eines afghanischen Flüchtlings am Freitag, der im Verdacht steht, eine 19-jährige Medizinstudentin in Freiburg ermordet zu haben.

Der 17-Jährige kam als unbegleiteter Flüchtling nach Deutschland und lebte bis zu seiner Festnahme bei einer Gastfamilie. Mehrere Wochen haben die Ermittler nach Spuren gesucht, schließlich hat ein Haar den Flüchtling überführt.

Die vergewaltigte und ermordete Studentin ist im Fluss Dreisam von einer Spaziergängerin entdeckt worden. In der fraglichen Nacht war Maria L. bei einer Studentenparty, ehe sie sich nach zwei Uhr mit dem Fahrrad auf den Heimweg machte. Die Ermittler wollen nun herausfinden, ob Opfer und Täter sich vorher kannten. Beide waren jedenfalls im selben Stadtteil wohnhaft. (ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.12.2016)