Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Neue Verdächtige im Mordfall Politkowskaja

Anna Politkowskaja
(c) EPA (Peter Endig)
  • Drucken

Einem Zeitungsbericht zufolge ermitteln die russischen Behörden gegen neue Verdächtige. Der Mörder der Journalistin Politkowskaja soll sich in einem EU-Land verstecken.

Drei Jahre nach dem Mord an der kremlkritischen Journalistin Anna Politkowskaja ermitteln die russischen Behörden angeblich gegen neue Verdächtige. Ins Blickfeld der Justiz seien Männer geraten, die bisher nicht öffentlich genannt worden seien, sagte der Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung "Nowaja Gaseta", Sergej Sokolow, am Dienstag.

Politkowskaja, die für die Zeitung auch über Kriegsverbrechen aus der russischen Teilrepublik Tschetschenien berichtet hatte, war am 7. Oktober 2006 vor ihrer Moskauer Wohnung erschossen worden. Täter und Drahtzieher sind auf der Flucht.

Nach Darstellung von Sokolow hält sich der mutmaßliche Mörder in einem Land der Europäischen Union versteckt. Er reise dort frei herum. Den Namen des Verdächtigen nannte der Jornalist ebensowenig wie eine Quelle.

Die russischen Behörden hatten in der Vergangenheit den Tschetschenen Rustam Machmudow als Täter genannt. Angeklagt waren bisher nur zwei Brüder Machmudows sowie zwei weitere mutmaßliche Komplizen. Das Oberste Gericht hat frühere Freisprüche für diese vier Beschuldigten aufgehoben und auch neue Ermittlungen angesetzt.

Menschenrechtler pessimistisch

Zum Jahrestag des Mordes an diesem Mittwoch zeigten sich Russlands Menschenrechtler erneut skeptisch, dass das Verbrechen jemals aufgeklärt werde. "Wichtig ist vor allem der Druck der Gesellschaft, damit die Ermittlungen niemals eingestellt werden", sagte der Moskauer Aktivist Lew Ponomarjow.

In einer in Berlin veröffentlichten Erklärung forderten am Dienstag 17 russische und deutsche Nichtregierungsorganisationen die Aufklärung der vielen Morde an Menschenrechtsaktivisten in Russland. Ein prominentes Opfer war im vergangenen Juli Politkowskajas Freundin Natalia Estemirowa, die nach ihrer Entführung in Tschetschenien erschossen wurde.

(Ag.)