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Die „Querschüsse“ des grünen Enfant terrible

(c) APA/ROBERT JAEGER

Peter Pilz ließ mehrmals mit seinen Aussagen aufhorchen.

Wien. Es ist nicht das erste Mal, dass Peter Pilz die Parteispitze erzürnt. Seine Forderung, die Strategie der Grünen zu ändern (siehe Artikel rechts), ist nur die Fortsetzung der vielen Pläne des grünen Querdenkers. Peter Pilz, seit jeher bei den Grünen aktiv und langjähriger Abgeordneter, war schon oft für manchen Wirbel in den eigenen Reihen verantwortlich – im positiven oder im negativen Sinne. Ein Auszug:

? Bereits im Vorjahr, kurz vor dem Bundeskongress der Grünen, äußerte er seine Forderung nach einem Linkspopulismus. Die Grünen sollten außerdem eine Volkspartei werden und sich um Proteststimmen bemühen.

? Und: Man müsse auf die Menschen zugehen, meinte er im Hinblick auf den Zustrom zur FPÖ angesichts der Flüchtlingskrise. „Ich will so wenige Flüchtlinge wie möglich“, sagte er zur „Presse“ – gemünzt auf die Bekämpfung der Fluchtgründe. Und: „Ich stehe nicht mit einer Kerze an der Südgrenze und freue mich über jeden, der kommt. Das ist doch Unsinn.“

? Pilz äußerte sich aber auch kritisch darüber, dass jene Politiker, die bei den Grünen anecken, keine große Zukunft in der Partei hätten. Glawischnig dazu: „Wenn kritische Frauen nicht wiedergewählt wurden, ist ihm das noch nie aufgefallen, bei Männern beklagt er sich. Peter Pilz sollte an seiner Gender-Perspektive arbeiten.“ Dabei ging es um Ex-Bundesrat Efgani Dönmez. Laut Pilz ging der „One Way Ticket“-Sager für Erdoğan-Unterstützer zu weit. Inhaltlich spreche Dönmez aber Wichtiges an. (ib)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.12.2016)