Bawag-Chef Byron Haynes geht davon aus, dass die EU die erneute Bawag-Staatshilfe genehmigt. Eine Zerschlagung der Bank sieht Haynes bis auf weiteres nicht.
Der seit drei Wochen amtierende neue Bawag-Chef Byron Haynes sieht die Bank mit den gerade in Brüssel zur Genehmigung anstehenden Staatshilfen (insgesamt 950 Mio. Euro) als ausreichend kapitalisiert. Er fürchtet auch nicht, dass die EU die Billigung des staatlichen Kapitaleinschusses an weitere Einschnitte oder harte Auflagen bindet, wie Haynes versicherte.
Vom österreichischen Staat holt sich die Bawag PSK bis Jahresende 550 Mio. Euro Partizipationskapital sowie Garantien für krisengebeutelte Assets für 400 Mio. Euro. Abgerufen werden kann dies, sobald Grünes Licht der EU da ist - was bei der im Besitz von Cerberus befindlichen Bank nötig ist, weil es nicht das erste Mal ist, dass der österreichische Staat der Bank Unterstützung gibt. Die Bawag hatte nach Fehlspekulationen unter Elsner & Co und dann wegen der Refco-Krise 2006 mit einer (mittlerweile aufgelösten) Bundesgarantie aufgefangen werden müssen, bevor sie im Mai 2007 an Cerberus & Co verkauft wurde. Wegen der Finanzkrise ruft die Bawag wieder Staatshilfe ab, wie vier andere österreichische Großbanken auch.
Haynes erwartet das Closing für den Vertrag mit der Republik vor dem Jahresende. Dass Bawag bzw. Cerberus von den EU-Wettbewerbshütern zu noch größeren Restrukturierungen, Beteiligungsverkäufen oder gar einem Verkauf der Bank selbst an eine größere Gruppe gezwungen werden könnte, glaubt Haynes nicht eine Sekunde. "Wir haben die Auflagen aus 2006 übererfüllt". Unter anderem wurden die Osttöchter in Tschechien und der Slowakei verkauft.
"Keine Zerschlagung"
Cerberus hatte 2007 beim Einstieg in die seinerzeitige Gewerkschaftsbank darauf festgelegt, zumindest auf die kommenden fünf Jahre Hauptaktionär zu bleiben. Was dann ist, Börsegang oder Verkauf an strategische Partner, darüber will der neue Bawag-Chef erst in zwei, drei Jahren reden. Er sieht seine Bank in drei Jahren weder in einer anderen Großbank aufgegangen noch in Teile zerschlagen zwischen Konkurrenten aufgeteilt, wie er erklärte.
Cerberus habe keine Zweifel gelassen, die Bawag jederzeit zu unterstützen, sagte Haynes. Belegt sei dies durch den Shareholder-Kapitaleinschuss über 205 Mio. Euro vom August. Über die jetzigen Summen an frischem Eigenkapital hinaus sieht der Bawag-Boss keinen Bedarf. Anders als UniCredit, die Staatshilfe in Österreich für die Bank Austria u.a. mit dem Vorwurf der "Diskriminierung" (Stichwort: Wandlungsrecht für den Staat bei Banken in Auslandsbesitz) abgelehnt hat, sieht Haynes die Bawag und ihren internationalen Aktionär vom Bund nicht benachteiligt. "Sie haben aber tough verhandelt." Ob PS- oder Hybridkapital von den Aufsichtsbehörden auch künftig als Kernkapital gezählt werden, sei ein Problem, dem sich in ein paar Jahren alle europäischen Banken stellen müssten.
(APA)