Der Konzernsitz geht um 31 Mio. Euro an Industriellen. Casinos-Boss Karl Stoss hat schon Anfang 2008 im Zuge eines Kostensenkungsprogrammes den Verkauf bzw. die Vermietung des Firmensitzes initiiert.
Wien. Erst am 22. September gab der Aufsichtsrat der Casinos Austria grünes Licht für den schon länger geplanten Verkauf des Konzernsitzes am Wiener Karl-Lueger-Ring. Schon eine Woche später, am 30. September, wurde der Kaufvertrag für das knapp 140 Jahre alte „Palais Ephrussi“ unterzeichnet, bestätigt Casinos-Sprecher Martin Himmelbauer der „Presse“.
Nicht bestätigen will Himmelbauer den Käufer: Es soll dem Vernehmen nach die Pfleger Ges.m.b.H des Immobilienhändlers Hannes Gabriel sein. Gabriel, der in Wiener Immobilienkreisen einen guten Ruf genießt und früher bei der Immobiliengesellschaft der Generali tätig gewesen sein soll, soll jedoch nur der offizielle Käufer sein. Hinter ihm stehe die Stiftung einer Industriellenfamilie, die anonym bleiben möchte, sagt Himmelbauer.
Den Kürzeren zog die Schweizer Inmatra Holding, die sich im August als Käufer wähnte („Die Presse“ berichtete am 4. August). Die Gesellschaft für Bauerhaltung, die die Inmatra in Österreich vertritt, fordert nun die ihr entstandenen Anwalts- und Notarkosten zurück.
Das riesige Haus wechselte um 31 Mio. Euro den Besitzer – womit der Deal für den Glücksspielkonzern kein schlechtes Geschäft ist. Denn die Casinos Austria haben das Palais, das Theophil Hansen für den aus Griechenland stammenden Bankier Ignaz von Ephrussi errichtet hat, mit 25 Mio. Euro in den Büchern. „Wir freuen uns, weil der Preis höher liegt als noch zu Jahresbeginn erwartet“, betont Himmelbauer.
Casinos-Boss Karl Stoss hat schon Anfang 2008 im Zuge eines Kostensenkungsprogrammes den Verkauf bzw. die Vermietung des Firmensitzes initiiert. Alle Aktivitäten wurden am Sitz der Lotterien am Rennweg konzentriert.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.10.2009)