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Grüne: "Schlüssel ist, nicht nur gegen die FPÖ zu sein"

Grüne - Luschnik einstimmig neuer Bundesgeschäftsführer
Robert LuschnikAPA/HERBERT NEUBAUER
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Robert Luschnik ist einstimmig zum neuen Bundesgeschäftsführer gewählt worden. Die Partei will "weiterhin stark wachsen".

Die Grünen haben einen neuen Bundesgeschäftsführer: Robert Luschnik ist am Freitag vom erweiterten Bundesvorstand einstimmig gewählt worden. Alle 28 Stimmen entfielen auf den einzigen angetretenen Kandidaten, es gab keine Enthaltungen, berichtete Bundessprecherin Eva Glawischnig. Das Ziel der beiden: Die Grünen weiter wachsen zu lassen.

"So etwas hab ich noch nicht gehabt", scherzte Glawischnig über das "berauschende" Ergebnis. Geht es nach ihr, sollen die Grünen unter dem Juristen, der sich auch als Musiker und Fußballer im Parlamentsteam hervorgetan hat, den unter Stefan Wallner gestarteten Professionalisierungskurs fortsetzen. Auch den Schwung aus dem Präsidentschaftswahlkampf des früheren Grünen Bundessprechers Alexander Van der Bellen will sie mitnehmen.

"Wir wollen auch weiterhin stark wachsen", betonte sie: Und zwar durch das Ansprechen Junger, die Konzentration auf Themen wie ökologische Modernisierung und soziale Gerechtigkeit, eine klare Europaorientierung (durchaus im Kontrast zur rot-schwarzen Regierungspolitik und ÖVP-Außenminister Sebastian Kurz) und nicht zuletzt als einziger Garant, dass man nach der nächsten Nationalratswahl keine Regierungszusammenarbeit mit der FPÖ eingehen werde.

"Grüne haben allen Grund, zuversichtlich zu sein"

Der bisherige Klubdirektor Luschnik dankte für den Vertrauensvorschuss. "Die Grünen haben allen Grund, zuversichtlich zu sein", betonte er. Er verwies auf die Vorarbeit Wallners und den erfolgreichen Präsidentschaftswahlkampf, an dem er federführend beteiligt war.

Seine Lehren aus dieser Kampagne: Man könne mit dem Eintreten für Werte, Menschenrechte, Toleranz, Offenheit und Solidarität eine Wahl gegen Parteien wie die FPÖ gewinnen. Und man habe Menschen zum Engagement bewegen können, die eine sachorientierte Politik und keine blaue Machtübernahme wollten. Diesen wolle man ein Angebot zur Mitarbeit machen.

"Der Schlüssel ist, nicht nur gegen die FPÖ zu sein", räumte er ein und verwies auf seine Erfahrungen als Regierungsverhandler in den Ländern. "Wichtig ist es, dass wir zeigen, welche konkreten Verbesserungen es für die Lebensrealität der Menschen gibt, wenn Grüne in den Landesregierungen vertreten sind." Dies reiche vom öffentlichen Verkehr über Kinderbetreuung bis zu Sozialleistungen.

Fragen nach der jüngst wieder von Peter Pilz betriebenen Linkspopulismus-Forderung schob er mit dem Hinweis auf die Weiterentwicklung der Grünen in den letzten Jahrzehnten beiseite. Man habe sich im Wählerzuspruch verdreifacht und sei in mehreren Landesregierungen vertreten. Außerdem gebe es für die strategische Ausrichtung der Grünen einstimmige Beschlüsse, so Luschnik.

(APA)