Jahrelang galten der japanische Yen und der Schweizer Franken unter Investoren als die beliebtesten Finanzierungswährungen. Jetzt werden sie von US-Dollar und britischem Pfund abgelöst.
Jahrelang galten der japanische Yen und der Schweizer Franken als die klassischen Finanzierungwährungen. Dabei verschulden sich Anleger bei sogenannten "Carry Trades" in Niedrigzins-Währungen, um ihr Geld höher rentierlich im Ausland anzulegen. Dank eines Leitzinses von 0 bis 0,25 Prozent in den USA und 0,5 Prozent in Großbritannien sind aber inzwischen der US-Dollar und das britische Pfund zu beliebten Carry Trade-Instrumenten geworden.
"Dollar ist Verschuldungwährung schlechthin"
"Momentan ist der Dollar die Verschuldungswährung schlechthin. Er ist preisgünstig und verliert weiter an Wert", sagte Jonathan Clark, Vize-Chef des Researchhauses FX Concept, bereits im September der "Financial Times Deutschland" zufolge. Neben dem US-Dollar rückt aber auch das britische Pfund immer mehr ins Zentrum des Interesses der Investoren. So verlor das Pfund im dritten Quartal 2,9 Prozent gegenüber dem US-Dollar. Der Verfall gegenüber dem Euro betrug sogar 6,9 Prozent.
Ein Ende des Trends ist nicht in Sicht. Erst am Donnerstag gab die Bank of England bekannt, den Leitzins auf dem historischen Tief von 0,5 Prozent zu belassen. Zudem wurde das Volumen des Ankaufprogramms für Staatsanleihen von 175 Milliarden Pfund nicht angetastet.
Straffe Zügel der Bank of England
Experten gehen davon aus, dass sich die Notenbanker bis zum nächsten Inflationsbericht im November mit geldpolitischen Manövern Zeit lassen werden. Dann halten einige Ökonomen aber sogar eine Ausweitung der Ankäufe etwa auf Unternehmensanleihen und andere Wertpapiere für möglich, nachdem sich Gouverneur Mervyn King bisher auf Staatspapiere konzentriert hat.
Eine derartige Ausweitung wäre für das Pfund negativ. "Die Marktteilnehmer verkaufen das Pfund, die Short-Positionen sind sehr hoch. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Bank of England die Zügel strafft, läuft gegen Null", sagt ING-Volkswirt James Knightey laut "Financial Times Deutschland".
(Ag./phu)