Es wird immer wieder behauptet, Karl-Heinz Grasser hätte Pech mit seinen Freunden.
Das Gegenteil ist wahr: Seine Freunde haben Pech mit ihm. Beispiele gefällig? Nehmen wir nur Lehman Brothers, eine weltweit angesehene Investmentbank. Dann wickelte sie für KHG den Buwog-Deal ab. Und heute? Gibt es Lehman Brothers nicht mehr. Deren Pleite riss beinahe das ganze Weltwirtschaftssystem mit. Oder Walter Meischberger: Einst ein seriöser, fröhlicher Tankstellenbesitzer, steht er heute mit einem Bein im Kriminal. Julius Meinl V. saß bereits in U-Haft. Peter Hochegger musste seine eigene Firma verlassen. Frank Stronach schlägt sich nun mit dem maroden Opel-Konzern herum. Und noch schlimmer hat es Jörg Haider erwischt. Alles Grasser-Freunde. Und wäre Fiona Pacifico-Griffini ihm nie über den Weg gelaufen, sie könnte heute mit Flavio Briatore verheiratet sein.
Wie schrieb diese Zeitung einmal prophetisch: „Karl-Heinz Grasser, der Gustav Gans der Innenpolitik“. Für seine Freunde war die Donald-Duck-Rolle reserviert. Und die der Daisy Duck natürlich. oli
("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.10.2009)