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Fledermäuse sind geschwätzig

(c) APA
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Sie kommunizieren direkt miteinander, oft im Streit.

In Höhlen, in denen Fledermäuse dicht an dicht an der Decke hängen, herrscht eine auch für Menschen vernehmliche Kakofonie, zumindest ist das bei Nilflughunden so. Sie jagen nicht, sie ernähren sich von Früchten – und um die kann es schon einmal Streit geben. Yossiv Yovel (Tel Aviv) hat es bemerkt, als er eine kleine Kolonie von 22 Tieren über 75 Tage belauschte. Er tat das mit Spracherkennungsprogrammen, die für die menschliche Sprache entwickelt wurden und Muster nicht nur erkennen, sondern auch Verhalten und sozialen Situationen zuordnen können.

Mit deren Hilfe erwies sich das, was man bisher für schlichten Lärm hielt, als Kommunikation, bei der die Lautstärke und die Stimmlage je nach Partner – und vor allem je nach Geschlecht – verändert wird und die vier Hauptthemen hat: Oft ging es eben um das Futter, dann auch um den Schlafplatz, oft waren es Annäherungsversuche, oft aber auch Beschwerden darüber, dass ein Nachbar zu nahe herangerückt war (Scientific Reports 21. 12.). Vergleichbares kannte man bisher nur von Walen, Affen und Vögeln. Yovel will nun klären, ob das Sprachvermögen angeboren ist oder erlernt. (jl)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.12.2016)