Der ÖSV will bei der 65. Vierschanzentournee wieder um den Gesamtsieg mitspringen, ein Dutzend Betreuer soll ab Freitag nichts dem Zufall überlassen.
Oberstdorf. Sieben Skispringer und ein Dutzend Betreuer. Damit der Traum vom Gesamtsieg eines ÖSV-Athleten bei der 65. Vierschanzentournee ab Freitag Realität wird, arbeiten zwölf Männer im Team um Stefan Kraft, Michael Hayböck und Co. Der Sportliche Leiter, vier Coaches, vier Serviceleute, Arzt, Physiotherapeut und der Medienbetreuer sorgen meist im Hintergrund für bestmögliche Bedingungen in allen Bereichen.
Cheftrainer Heinz Kuttin trägt die Verantwortung für die Abläufe, beim ersten Saisonhöhepunkt wird nichts dem Zufall überlassen. Die Stimmung im Team ist vor dem Auftakt in Oberstdorf (Freitag um 16.45 Uhr, live ORF eins) bestens – vier Athleten haben in bisher sieben Bewerben sechs Podestplätze erreicht. „Wir hatten noch nie so einen guten Start“, meinte Kuttin vor seiner dritten Tournee als ÖSV-Coach.
Der Servicebereich wurde im WM-Winter etwas umstrukturiert. Stefan Kaiser ist für Skipräparierung und Bindungen zuständig. Der Salzburger – nicht verwandt mit dem gleichnamigen Gruppentrainer – wird bei der Tournee vom Ex-Biathleten Reinhard Neuner unterstützt. Der Wachsspezialist arbeitet im ÖSV eigentlich für die Nordischen Kombinierer und kümmert sich um die in Ramsau installierte Anlaufspur. Das oftmalige Üben der Anfahrt ist einer der Mosaiksteine auf dem Weg zum erhofften ÖSV-Erfolg.
Mathias Hafele kümmert sich um den ebenso diffizilen Bereich der Sprunganzüge. Die Nähmaschine ist immer mit dabei. Die neuen Anzüge werden exakt an die Körpermaße angepasst, die getragenen zentimetergenau abgestimmt. Die Regeln lassen dabei keinen Spielraum mehr zu, kontrolliert wird durch die FIS beim Ablauf oder nach dem Sprung. Das ÖSV-Projekt der Entwicklung eines Sprungschuhs wird von Balthasar Schneider betreut.
Der Sportliche Leiter, Ernst Vettori, ist ebenso auf allen Stationen präsent wie Physiotherapeut Klaus Ullmann und Florian Kotlaba, der Verbindungsmann zur Presse mit Organisationsaufgaben. Die Funktion des ÖSV-Arztes wechselt im Lauf der Tournee zwischen drei Medizinern.
Spitzenreiter im Nationencup
Mit Stefan Kraft (Top-Ten-Ränge in allen sieben bisherigen Saisonbewerben) und Michael Hayböck (Gewinner der Generalprobe in Engelberg) finden sich im siebenköpfigen ÖSV-Aufgebot zwei Mitfavoriten auf den Tourneesieg. Kraft hatte 2014/15 für den siebenten und bisher letzten Erfolg eines Österreichers gesorgt, Hayböck war damals Zweiter, zuletzt außerdem Gesamtdritter.
Mitverantwortlich dafür, dass Österreich derzeit im Nationencup führt, sind auch die Ergebnisse von Andreas Kofler (Gesamtsieger 2009/10) und Manuel Fettner, beide landeten heuer schon am Stockerl. „Die Mannschaft ist so stark, dass immer einer auf das Podest springen kann“, meinte Chefcoach Kuttin. Und wenn das von Wettkampf zu Wettkampf gelinge, sei auch beim Finale in Bischofshofen viel möglich. „Unser Ziel ist es, um den Sieg mitzuspringen.“ (red.)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.12.2016)