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Feuerwerk zu Silvester: Wer was wo entzünden darf

Feuerwerksverkauf
FeuerwerksverkaufAPA/dpa/Maja Hitij
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Böller mit Aluminiumpulver sind verboten, neu auf dem Markt sind heuer Verbund-Feuerwerke mit bis zu 2000 Gramm.

Wien. Nach der besinnlichen Zeit wird es wieder laut. Der Jahreswechsel wird traditionell mit Feuerwerkskörpern gefeiert. Wer selbst solche entzünden will, sollte allerdings die gesetzlichen Bestimmungen beachten. So sind etwa bereits seit 1. Jänner 2016 Blitzknallsätze mit Aluminiumpulver nicht mehr zugelassen. „Der Verkauf ist schon seit 2015 verboten. Ursprünglich war geplant, die Verwendung erst ab 2017 zu verbieten, wir haben das aber bereits auf 2016 vorverlegt“, sagt Helmut Szagmeister, Pyrotechnikhändler und Vorsitzender der Arbeitsgruppe Zivile Sprengmittel und Pyrotechnik bei Austrian Standards. Erlaubt sind somit nur noch Blitzknallsätze mit Schwarzpulver. Wer also noch ältere Piraten oder Schweizerkracher daheim hat, sollte diese nicht zünden.

Neu auf dem Markt sind heuer sogenannte Verbund-Feuerwerke mit einer explosiven Masse von bis zu 2000 Gramm. Während früher Feuerwerke mit einzelnen Batterien mit maximal 500 Gramm erlaubt waren (die hintereinander gezündet werden konnten), sind die neuen Verbund-Feuerwerke so produziert, dass der Konsument nur noch eine Batterie zünden kann, und die weiteren Batterien dann nacheinander entzündet werden. Die Brenndauer erhöht sich damit von maximal 40 Sekunden auf drei bis vier Minuten. Durch die einmalige Zündung ist das Feuerwerk aber sicherer. „Seit Juli 2015 sind die Verbund-Feuerwerke legal, auf dem Markt sind sie aber erst jetzt“, sagt Szagmeister. Diese Neuerung hat übrigens mit dem Druck aus benachbarten EU-Ländern zu tun, die solche Feuerwerke schon länger verwenden.

Generell werden Feuerwerkskörper in die Kategorien F1 und F2 unterteilt. Produkte der F1-Kategorie dürfen von Personen ab zwölf Jahren gezündet werden. Darunter fallen etwa Knallerbsen, Hummeln, Feuerkreisel oder Babyraketen. Produkte der Kategorie F2 dürfen erst ab 16 Jahren verwendet werden, zum Beispiel Raketen bis 75 Gramm. Für Produkte höherer Kategorien braucht man eine behördliche Genehmigung.

 

Ab Juli 2017 ist CE-Siegel Pflicht

Ab Juli 2017 werden übrigens einige Produkte, wie Babyraketen, von der Kategorie F1 in die Kategorie F2 verschoben. Und auch die CE-Kennzeichnung, die erklärt, dass das Produkt den Anforderungen der EU-Richtlinien entspricht, ist ab Juli 2017 für alle pyrotechnischen Produkte verpflichtend. Szagmeister schätzt, dass derzeit rund 80 Prozent der Produkte bereits eine CE-Kennzeichnung haben. Er rät dazu, Pyrotechnik dort zu kaufen, wo es Beratung gibt. Immerhin hänge die Wahl des Feuerwerkskörpers auch stark von der Umgebung ab.

Generell ist das Abfeuern von pyrotechnischen Produkten der Kategorie F2 im Ortsgebiet und in Menschenansammlungen verboten. Der Bürgermeister kann allerdings eine Ausnahmeregelung erlassen. Die meisten Städte gehen aber den umgekehrten Weg und verhängen ein generelles Feuerwerksverbot in der Silvesternacht. So sind etwa in Klagenfurt, Villach, Spittal und Innsbruck Feuerwerkskörper „wegen Trockenheit“ verboten. Ausgenommen sind behördlich angemeldete Feuerwerke, wie etwa das Feuerwerk des Innsbrucker Bergsilvesters. Das soll heuer allerdings aus Gründen des Umweltschutzes und der Sicherheit zum letzten Mal stattfinden.

Wer sich nicht an die gesetzlichen Bestimmungen hält, muss mit Strafen bis zu 3600 Euro rechnen. (ks)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.12.2016)